Jul 13
kleiner Junge isst Banane

Plastik aus Bananenschalen – klingt wie ein Witz oder aber wie eine richtig gute Idee. Jedenfalls hat eine Schülerin aus der Türkei damit jüngst für Aufsehen gesorgt und den mit 50.000 US-Dollar dotierten Preis Science in Action abgeräumt.

In das sogenannte Bioplastik – Kunststoff also, der aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird oder kompostierbar ist – hatten Umweltbewegte große Hoffnungen gesetzt. Aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt und damit mehr oder weniger klimaneutral und nach Gebrauch einfach verrottend sollten diese Materialien herkömmliches Plastik ablösen und den Einstieg in ein nachhaltiges Plastikzeitalter ermöglichen. Doch eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes machte diesen Träumen vorläufig ein Ende: Deutschlands oberste Umweltschützer können unterm Strich keinen Vorteil für den neuen Werkstoff erkennen. Vielmehr fördert Bioplastik den Anbau von Feldfrüchten in Monokulturen, den Einsatz von genveränderten Pflanzen und von Ackerchemie.

Das könnte sich ändern, wenn statt der Früchte pflanzliche Abfälle die Grundlage des Kunststoffs bilden würden. Zum Beispiel Bananenschalen, von denen weltweit Unmengen anfallen und für die es weiter keine Verwendung gibt. Weil die Schalen aber Stärke und Zellulose enthalten, dachte sich die türkische Schülerin Elif Bilgin, die rutschige Fruchtverpackung müsste doch als Grundlage für neues Plastik taugen.

Also tüftelte sie zwei Jahre lang, zunächst ohne Erfolg, denn das Plastik, das sie herstellte, erwies sich als wenig haltbar und zerfiel sehr schnell wieder. Aber sie sagte sich, frei nach Thomas Edison: „Ich habe nicht versagt, ich habe nur 10.000 Methoden gefunden, die nicht funktionieren.“ Und schließlich, nach zehn Fehlversuchen, gelang es ihr, einen Kunststoff zu erzeugen, der sich als haltbar erwies.

Dem Blog des renommierten Wissenschaftsmagazins „Scientific American“ ist das ein Porträt und ein Interview mit der jungen Forscherin wert. Sie selbst stellt ihr Projekt in einem originellen Video vor. Offenbar ist Elif Bilgin nicht nur eine kreative Wissenschaftlerin, sondern auch noch künstlerisch begabt:

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