Jul 13
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Jeder Mensch hat Hobbies. Die einen spielen Tennis, die anderen lieben Fotografie und neulich habe ich im Facebookprofil meiner kleinen Cousine gelesen, dass „Am Wochenende ausschlafen“ eine ihrer liebsten Beschäftigungen ist. Wenn man allerdings „Ausschlafen“ präferiert, dann könnte es mit dem folgenden Hobby etwas schwierig werden…

Habt ihr schon mal etwas von „Birdrace“ gehört? Nein? Ich bislang auch nocht nicht. Dabei findet das bundesweite Birdrace nun bereits seit 2004 jeden ersten Samstag im Mai statt. Aber worum geht es dabei? Die Regeln sind eigentlich ganz einfach: Innerhalb von 24 Stunden und innerhalb der Grenzen eines bestimmten Landkreises müssen möglichst viele verschiedene Vogelarten gezählt werden. Die drei- bis fünfköpfigen Teams haben das Ziel, innerhalb eines Tages so viele Vogelarten wie möglich zu sehen oder zu hören. Gewertet werden alle innerhalb Deutschlands frei fliegenden Arten, sofern sie von der Mehrzahl der Teammitglieder gesehen oder gehört wurden. Überprüfen kann das am Ende natürlich niemand, aber Schummeln ist hier absolut tabu – das gebietet die Fairness. Und wann hört man die meisten Vögel singen? Richtig, am frühen Morgen! Und so sind die Teilnehmer nicht selten schon ab 4 Uhr morgens unterwegs, um sich die Chance auf eine der ersten Platzierungen zu sichern. Ganz schön ambitioniert! Übrigens: Wer sein Gebiet klimafreundlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet, bekommt Extrapunkte.

Möglichst viele Vogelarten zu identifizieren, ist natürlich die Hauptmotivaton für die Teilnehmer – die Erreichung des Titels „Birdrace-Spendenkönig“ sorgt für weiteren Ansporn. Jeder Teilnehmer ist nämlich dazu aufgerufen, auf freiwilliger Basis Spenden für ein jährlich festgelegtes Projekt zu sammeln. Oftmals ist die Höhe der Spenden dabei an den Erfolg der Teams gekoppelt, wenn Sponsoren einen bestimmten Betrag pro Art spenden – das ist dann natürlich noch ein zusätzlicher Anreiz.

Sicher gehört zum Birdracing ein sehr umfassendes Wissen und Interesse rund um die heimischen Vogelarten, aber Mitmachen kann grundsätzlich jeder. Vielleicht habt ihr ja Lust, mal etwas Neues auszuprobieren und seid im nächsten Jahr dabei – wenn es zum zehnten mal heißt: „Ready, Steady – Bird“. Weitere Informationen zum Thema findet ihr auf der Website vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.

 

Bild: Hans-Joachim Liebe

 

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