Aug 17
Ab 2019 tritt das Verpackungsgesetz (VerpackG) in Kraft. Es soll für mehr Transparenz sorgen und den Wettbewerb fördern – und mit höheren Recyclingquoten zum Umweltschutz beitragen. Das bedeutet zunächst einmal neue Vorschriften und Pflichten für die Unternehmen, Verpackungsproduzenten und dualen Systeme. Aber auch für die Verbraucher ändert sich etwas: besonders im Supermarkt um die Ecke.

Zu den wichtigsten Änderungen des neuen Gesetzes sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Wir stärken das Recycling von Verpackungen durch höhere Recyclingquoten. Wir schaffen Anreize für ökologische und recyclingfähige Verpackungen. Wir stärken Mehrweg durch mehr Transparenz an den Getränkeregalen. Und wir verbessern die kommunalen Gestaltungsmöglichkeiten für die Sammlung vor Ort.“ Aber was heißt das genau? Und was heißt es für dich?

Die Recyclingquote soll erhöht werden

Die wahrscheinlich wichtigste Botschaft des Gesetzes ist der Beschluss, dass die Recyclingquoten gesteigert werden sollen. Denn diese bleiben momentan noch hinter den Erwartungen zurück. Mit dem neuen Verpackungsgesetz können Möglichkeiten besser ausgeschöpft und die Quoten stark angezogen werden. Recyclingunternehmen sind schon dabei, in neue Technik zu investieren, um die höheren Anforderungen erfüllen zu können. Aus unserer Sicht ist das eine sehr gute Nachricht – jahrelang waren die Recyclingziele so niedrig, dass man sie auch mit „alten“ Anlagen erreichen konnte. Das heißt nicht, dass alles schlecht war – aber es ist wie im Sport: Athleten brauchen einen Anreiz, um sich anzustrengen. Im Sport sind das Medaillen, beim Umweltschutz sind es Ziele, die auch von der Politik gesetzt werden müssen.

Die einzelnen Quoten-Ziele beziehen sich auf alle wiederverwertbaren Stoffe, die bei dualen Systemen angemeldet sind. Wie diese Anforderungen einzuschätzen sind, zeigt das Beispiel Kunststoff: Hier soll die Quote von momentan 36 % auf 63 % im Jahr 2022 steigen. Für die Erreichung dieses Ziels werden die dualen Systeme in die Pflicht genommen. Diese müssen die höheren Quoten gewährleisten und am Ende auch nachweisen. Das finden wir super, da wir schon seit einigen Jahren für stetig höhere Recyclingquoten engagiert haben.

Und das Gesetz setzt noch einen weiteren Anreiz: Produzenten sollen dazu motiviert werden, möglichst recyclingfähige Verpackungen auf den Markt zu bringen. Generell sollen die Lizenzentgelte der dualen Systeme, die für die Entsorgung einer Verpackung zu zahlen sind, künftig stärker an ökologischen Aspekten orientiert sein. Das belohnt umweltbewusste Hersteller, die schon bei der Gestaltung von Verpackungen das Recycling berücksichtigen oder auch Rezyklate einsetzen – ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit.

DSD_042_VERPACKUNGSGESETZ_GRAFIK_RECYCLINGQUOTE

Einige Produkte werden mit Pfand belegt

Beim Einkauf fällt schnell auf: Fast alle Einweggetränkeverpackungen sind heute mit Pfand belegt. Es gibt aber nach wie vor Ausnahmen, die nicht zurück ins Geschäft gebracht, sondern in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack entsorgt werden. Das gilt mit dem neuen Verpackungsgesetz nicht mehr für Einweggetränkeverpackungen für Frucht- und Gemüse-Nektare mit Kohlensäure und Mischgetränke mit einem Molke-Anteil von mindestens 50 Prozent. Auch auf diese Produktgruppen wird mit dem neuen Gesetz Einwegpfand erhoben – ökologisch vorteilhafte Verpackungen wie Getränkekartons bleiben davon ausgenommen.

Die Auszeichnung in den Supermärkten wird verändert

Das neue Gesetz führt auch dazu, dass Kunden im Supermarkt genauer informiert werden und die Position von Mehrwegflaschen im Sortiment gestärkt werden soll. Denn ab dem 1. Januar 2019 sind Kennzeichnungen an den Supermarktregalen Pflicht, an denen man direkt erkennen soll, ob ein Produkt in einer Mehrweg- oder einer Einwegflasche verkauft wird. Zusätzlich haben sich auch die Getränkehersteller im Vorfeld des neuen Verpackungsgesetzes verpflichtet, für Nachbesserung zu sorgen: Ein „Einweg“-Logo wird dann auch direkt am Produkt eine deutliche Zuordnung erleichtern.

Die Wertstofftonne kommt nicht flächendeckend

Schon etwa 14 Millionen Haushalte in Deutschland haben eine Wertstofftonne, manchmal auch Gelbe Tonne plus genannt. In diese darf man nicht nur gebrauchte Verpackungen, sondern auch andere Abfälle aus Plastik und Metall werfen, also die kaputte Bratpfanne oder den beschädigten Putzeimer. Diese praktische Tonne wird leider nicht für alle Bundesbürger eingeführt – es bleibt also bei der Gelben Tonne, dem Gelben Sack oder auch bei den Wertstoffhöfen, die es vor allem in Süddeutschland gibt.

Trotzdem werden in Zukunft sicher mehr Verbraucher eine Wertstofftonne bekommen – denn wenn sich Kommune und duales System einigen, kann sie in der Stadt oder im Landkreis eingeführt werden.

Unser Fazit: Für die Industrie ist das neue Verpackungsgesetz mit einigen neuen Regeln und Pflichten verbunden. Neue Fristen müssen eingehalten, Registrierungen getätigt und Bestimmungen berücksichtigt werden. Für den Verbraucher ändern sich zunächst nur kleinere Details – wie Auszeichnungen im Supermarkt und die Ausweitung des Einwegpfands. Das sorgt für mehr Transparenz und einfachere Möglichkeiten für umweltbewusstere Verbraucher. Alle diese Veränderungen haben das Ziel, die Recyclingquote in Deutschland zu erhöhen und so Ressourcen zu schonen. Und davon haben dann am Ende alle etwas – Unternehmen, Menschen und Umwelt. Aus unserer Sicht wäre zwar mehr möglich gewesen, aber mit dem Gesetz gehen wir weiter einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

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