Jun 13
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Der Zustand des Waldes in Deutschland hat sich 2012 im Vergleich zum Vorjahr verbessert, dennoch kann leider keine Entwarnung gegeben werden. So das Fazit, das man aus der jüngsten Waldzustandserhebung des Bundeslandwirtschaftsministeriums ziehen kann.  

Der Waldzustand wird seit 1984 basierend auf einem systematischen Netz von Stichproben jährlich in den Monaten Juli und August von den Ländern erhoben. Als Indikator dient der Zustand der Baumkronen. Die erhobenen Daten werden von den Ländern an das Institut für Waldökosysteme des Thünen-Instituts übermittelt und dort im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ausgewertet.

Rund ein Drittel der Landesfläche in Deutschland besteht aus Wald (11,1 Millionen Hektar). Die häufigsten Baumarten sind hierzulande die Nadelbäume Fichte (28 Prozent) und Kiefer (24 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (15 Prozent) und Eiche (10 Prozent). Alle vier Baumarten nehmen zusammen rund drei Viertel der Waldfläche ein.

Das Wichtigste in Kürze: Erholt haben sich vor allem die Buchen. Die Kiefer weist seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 wieder Bestwerte auf. Dahingegen leiden die Eichen. Ihr Kronenzustand ist rund zehn Jahren schlecht. So ist bei der Eiche der Anteil der deutlichen Kronenverlichtung von 41 auf 50 Prozent angestiegen. Nur noch 17 Prozent weisen keine Schäden auf.

Der schlechte Zustand dieser Baumart ist Ergebnis einer Schädigung durch Insekten. Raupen wie der Grüne Eichenwickler sowie der kleine und der große Frostspanner können ganze Wälder kahl fressen. Aktuell in den Medien ist der Eichenprozessionsspinner. Beim Menschen rufen seine Brennhaare Hautreizungen und pseudoallergische Reaktionen hervor. Die Eichen können den durch Raupenfraß verursachten Blattverlust zwar durch Neuaustrieb ausgleichen, der jedoch häufig von der Pilzkrankheit Mehltau befallen wird. Diese entzieht den Blättern Nährstoffe; stark befallene Blätter sterben ab. Der wiederholt starke Befall durch Raupen und Mehltau hat viele Eichen geschwächt.

Wie die Stiftung Unternehmen Wald aus dem Waldzustandsbericht für 2012 weiter berichtet, haben insgesamt 39 Prozent der Waldfläche keine Schäden an den Baumkronen, zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 36 Prozent der Bäume weisen leichte Schäden auf (2011: 35 Prozent). Der Anteil der Bäume mit deutlichen Kronenverlichtungen ist von 28 Prozent im Jahr 2011 auf nun 25 Prozent gesunken. Im Durchschnitt hat sich die Kronenverlichtung von 20,4 auf 19,2 Prozent vermindert.

Mehr zum Waldzustandsbericht und zur Stiftung Unternehmen Wald findet ihr hier

Eine umfangreiche Linksammlung zu Wald, Tieren und Umweltprojekten findet ihr hier

Mehr zum Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) findet ihr hier

Infos zur Bundesstiftung Umwelt findet ihr hier

Infos zur gemeinnützigen Gesellschaft DBU Naturerbe findet ihr hier

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