Jul 18
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Letzte Woche hat die Zentrale Stelle Verpackungsregister eine Orientierungshilfe zur Bewertung der Recyclingfähigkeit von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen vorgestellt. Was nach einer Nachricht klingt, die allenfalls für Branchenkenner relevant ist, ist ein enorm wichtiger Schritt, um Verpackungsrecycling effektiver für den Klima- und Umweltschutz zu machen. Warum das so ist und inwiefern „Design for Recycling“ dabei die wichtigste Rolle spielt, erklären wir euch hier.

 

Kurz zum Hintergrund: Das neue Verpackungsgesetz (VerpackG), das ab 2019 in Kraft tritt, bringt neue Regeln für die Produktverantwortung für Verpackungen. Das heißt auch, dass die Systeme Verpackungen begünstigen sollen, die sich besser recyceln lassen als andere. Gunda Rachut, Vorstand der Zentralen Stelle Verpackungsregister, erklärt dieses Bestreben in zwei Sätzen: „Die Entsorgung nicht- oder schlecht-recycelbarer Verpackungen muss künftig mehr Geld kosten. Verpackungen, die hingegen in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden können und aus denen wieder neue Produkte und Verpackungen entstehen, werden bessergestellt.“

Ein großer Schritt für das Recycling und den Klimaschutz

Doch dafür muss einen einheitlichen Standard geben, den alle zur Beurteilung des Verpackungsdesigns anwenden. Und der sollte natürlich berücksichtigen, was tatsächlich mit dem Verpackungsabfall passiert. Die Orientierungshilfe der Zentralen Stelle Verpackungsregister gibt Hinweise, wie so ein Standard aussehen könnte. Sie ist das Ergebnis einer intensiven Expertendiskussion und wird jetzt über ein Anhörungsverfahren weiterentwickelt.

Michael Wiener, CEO des Grünen Punkts, freut sich über die Entwicklung und erklärt auch, warum sie so wichtig ist: „Realistische und praxisnahe Kriterien sind die Voraussetzung für die Umsetzung des Verpackungsgesetzes. Die durch die Zentrale Stelle vorgestellte Orientierungshilfe stellt einen wichtigen Schritt dar, die Recyclingfähigkeit von Verpackungen realistisch einzustufen. Die Experten richten sich nach dem, was mit einer gebrauchten Verpackung in unserer Infrastruktur tatsächlich passiert. Zunächst muss eine Verpackung durch die aktuell verwendete Technik sortierbar sein. Ist sie das nicht, so ist sie auch nicht recyclingfähig.“

Recycelbar ist nicht gleich recycelbar

Man könnte denken, es reicht, nur Kunststoffe einzusetzen, die recycelbar sind. Aber das ist nur die halbe Wahrheit: Denn wenn die Sortiermaschinen das Material nicht erkennen und richtig zuordnen können, kann es auch nicht verwertet werden. Und das ist aktuell bei vielen Verpackungen der Fall. Oft lässt sich das Design einer Verpackung aber optimieren, ohne die Funktion der Verpackung zu beeinträchtigen. Das macht der Grüne Punkt mit seiner D4R-Beratung (Design for Recycling). Bei dieser Beratung analysieren Spezialisten vom Grünen Punkt die Verpackungen und weisen auf Gestaltungsmerkmale hin, die eine richtige maschinelle Sortierung oder die spätere Verwertung behindern oder sogar unmöglich machen.

Für seine Kunden hat der Grüne Punkt außerdem ein Online-Tool entwickelt, das eine erste Eingruppierung von Verpackungen anhand der Gestaltung und Zusammensetzung ermöglicht. Es ist gleichzeitig ein Indikator für erste Verbesserungspotentiale. Das Tool befindet sich gerade in der Testphase. An einer differenzierteren und tiefergehenden Premiumlösung wird momentan gearbeitet. Sie soll eine prozentuale Angabe über die Recyclingfähigkeit von Verpackungen zulassen.

Fazit:
Das Recyclingversprechen unterliegt in der Zukunft einem direkten Realitätscheck. Das heißt, Verpackungen, die sich im Alltag bewähren und auch in der Praxis optimal recycelt werden können, bekommen künftig einen Preisvorteil. Diese Entwicklung begrüßen wir entschieden. Denn Verpackungen, die sich recyceln lassen, schonen Ressourcen bei der Herstellung, vereinfachen die Sortierung und das Recycling an sich und sorgen damit dafür, dass hochwertige Sekundärrohstoffe wieder nutzbar gemacht werden.

0 Kommentare zu “Der Weg für recyclingfreundliche Verpackungen ist frei – warum es sich lohnt, vorher schon an nachher zu denken”

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