Jul 15
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Verpackungen sind allgegenwärtig, morgens der Fruchtsaft aus dem Verbundkarton, danach die Zahnpasta aus der Kunststofftube und mittags ein Getränk aus der Glasflasche. Jeden Tag kommen wir in direkten Kontakt mit unzähligen Verpackungen. Dennoch nimmt sie kaum einer bewusst wahr. Sie sind „Wegwerfartikel“ mit einer geringen Lebenszeit. Doch was passiert nachdem man seine Verpackungen in den Mülleimer bzw. den Gelben Sack wirft? Am Tag der Verpackung von Der Grüne Punkt und Nestlé Deutschland konnten wir, acht Studenten der HdM Stuttgart und acht Studenten der HTWK Leipzig des Studiengangs Verpackungstechnik, dieser und weiteren Fragen auf den Grund gehen. Im Mittelpunkt der Exkursion stand das Thema Nachhaltigkeit sowie der verantwortungsvolle Umgang mit Verpackungsabfällen.

Nathanael_Bild 4Am ersten Tag wurden wir an den Toren des Maggi Werks-Lüdinghausen begrüßt. Dieser Traditionsstandort verfügt über modernste Abfülltechnik für trockene Lebensmittel und ist somit der Geburtsort für viele „5-Minuten-Terrinen“. Als erster Punkt auf der Agenda standen mehrere interessante Vorträge über Konstruktionsanforderungen für Verpackungen in Bezug auf die Umweltverträglichkeit sowie andere Nachhaltigkeitsaspekte. Anschließend hatten wir die Möglichkeit in einer offenen Diskussionsrunde Fragen zu stellen und uns mit den Experten aus der Industrie auszutauschen.

 

Mein persönliches Highlight war die Leichtverpackungssortiermaschine der Tönsmeier Wertstoffe GmbH, welche wir am zweiten Tag der Exkursion am Standort Porta Westfalica besichtigen durften. Wenn man die ersten Schritte in die Halle der Sortiermaschine geht wird man erstmal von der Größe der Anlage überwältigt. Verpackungen aus etwa drei Millionen Haushalten werden hier sortiert und für die weitere Verwertung vorbereitet. Der jährliche Durchlauf liegt bei rund 120.000 Tonnen Material, damit zählt die Anlage zu einer der größten Europas. Etliche Förderbänder transportieren den zuvor kleingeschredderten Abfall zu verschiedenen Sortierelementen. Diese sorgen dafür, dass am Ende der Anlage Fraktionen aus sortenreinen Kunststoffen entstehen, welche dann zu Ballen gepresst und anschließend weiterverwertet werden können.

Nathanael_Bild 2Wenn man die Kunststoffe wiedereinschmelzt und extrudiert erhält man sogenanntes Regranulat woraus, je nach Reinheitsgrad, wieder neue Verpackungen oder andere Kunststofferzeugnisse entstehen können. Mit der Verarbeitung von Regranulaten befasst sich auch die Systec Plastics GmbH, welche wir im Anschluss unserer Besichtigung der Tönsmeier Wertstoffe GmbH besuchen durften. Sie sind einer der Vorreiter auf dem noch jungen Gebiet des Kunststoffrecylings.

Was bleibt? Als angehender Ingenieur für Verpackungen waren die Eindrücke, die ich während der Exkursion erhalten habe, besonders interessant. Meiner Meinung nach muss ein Umdenken in der gesamten kunststoffverarbeitenden Industrie stattfinden und das lieber gestern als morgen. Kunststoffe, welche zu einem großen Anteil zu Verpackungen weiterverarbeitet werden, werden aus Öl hergestellt welches eine endliche und nicht ökologische Ressource darstellt. Darum sollte das mittelfristige Ziel sein alle Verpackungen am Ende ihres Lebenszyklus einer vollständigen werkstofflichen Verwertung zuzuführen, damit der wertvolle Rohstoff Öl nicht verloren geht.

Nathanael_Bild 3Was kann ich persönlich tun? Einiges! Wir als Verbraucher haben mit den größten Einfluss, wenn es darum geht Abfälle wieder in den Wirtschaftskreislauf einzubringen. Denn es liegt in unserer Verantwortung ob wir Verpackungsabfall in den Abfalleimer bzw. den Gelben Sack werfen und somit einer ordnungsgemäßen Verwertung zuführen, oder ob wir ihn achtlos in die Gegend schmeißen wo er wegen seiner extrem hohen Halbwertszeit sehr lange verbleiben wird und darum eine Umweltbelastung darstellt. Darüber hinaus liegt es auch in unserer Hand, ob und wie wir unseren Abfall entsorgen. Nicht komplett restentleerte Verpackungen wirken sich, wegen ihres Mehrgewichts, negativ auf den Transport aus. Des Weiteren locken Nahrungsmittelreste und andere organische Substanzen Ungeziefer an, welches die Verwertung von Verpackungsabfällen zusätzlich erschwert.

Damit unsere Umwelt in Zukunft sauber bleibt und die nachfolgenden Generationen noch von den fossilen Ressourcen unserer Erde schöpfen können, würde ich mir wünschen, dass leere Verpackungen nicht nur als Abfall sondern als Wertstoffe gesehen und dementsprechend behandelt werden.

0 Kommentare zu “Ein Beitrag von Nathanael Jetter zum Tag der Verpackung”

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