Jun 14
Plastic_Planet

Plastik ist billig und praktisch. Wir sind Kinder des Plastikzeitalters. Kunststoffe können jahrhundertelang in Böden und Gewässern überdauern und sie können Zusatzstoffe enthalten, die ähnlich wie Hormone wirken. Wusstet ihr, dass der Mensch kleinste Partikel von Kunststoff schon im Körper trägt?

Das Thema Plastik im Alltag ist brisant und immer wieder in der Diskussion. Regisseur Werner Boote zeigt in seinem Kinodokumentarfilm, dass Plastik zu einer globalen Bedrohung geworden ist.

Er stellt Fragen, die uns alle angehen: Warum ändern wir unser Konsumverhalten nicht? Warum reagiert die Industrie nicht auf die Gefahren? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Und wer verliert?

Plastikmüll im Meer ist ein gravierendes Umweltproblem (Bild: MKG Hamburg).
Plastikmüll im Meer ist ein gravierendes Umweltproblem (Bild: MKG Hamburg).

Plastik ist nicht gleich Plastik. Kunststoff besteht aus verschiedenen Grund- und Zusatzstoffen, die sich wie in einem Baukasten kombinieren lassen. Maßgeschneidert können so die Eigenschaften des Kunststoffs an die unterschiedlichsten Anforderungen angepasst werden. Dies erlaubt viele verschiedene und beeindruckende Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten. Aber die vielen Vorteile von Plastik haben auch Schattenseiten. Vor allem wenn Plastikabfälle nicht ordnungsgemäß gesammelt werden, sondern ungeregelt in die Umwelt gelangen.

Plastic Planet thematisiert drei davon, über die wir auch schon zum Teil berichtet haben: 1. Plastik zersetzt sich in der Natur nicht, es zerbröselt nach und nach in immer kleinere Partikel. 2. Der Plastikabfall sammelt sich in der Natur. Auf den Ozeanen schwimmen schon riesige Teppiche aus Plastikmüll. 3. Tiere schlucken das Plastik, können es aber nicht verdauen und verenden qualvoll.

Zu den Themen findest du auch Beiträge von uns: http://www.meingruenerpunktblog.de/kunststoffrecycling-ist-sinnvollc/

http://www.meingruenerpunktblog.de/fishing-for-litter/

Die Machart des Films

„Plastic Planet“ kommt investigativ daher. Dort, wo der Regisseur selbst auftritt und dadurch selbst zur Projektionsfläche wird, stellt er seine persönliche Meinung dar.

Für den Film reiste Werner Boote um die halbe Welt und drehte auf fast allen Kontinenten, in hochentwickelten Ländern wie den USA und in weniger entwickelten wie Marokko oder Indien.

Im Film gibt Boote eine deutsche Version von Michael Moore. Er scheint jederzeit bereit Kalkül und Konzept über Bord zu werfen, um einer neuen Idee nachzujagen. Mit gezielter Skandalisierung und Emotionalisierung des Themas spricht er unsere Ängste und Gefühle an, um unsere Aufmerksamkeit für das schwierige Thema zu erregen.

Artechok beschreibt die Machart des Films: „Mit ihrer Ich-bezogenen-Herangehensweise folgen die Filmemacher einer aktuellen Modeströmung im Dokumentarfilm. (…) Der Filmemacher als Hauptperson, der aus einer persönlichen Neugierde und Betroffenheit heraus agiert und als »kleiner Mann« gegen »die Industrie« als großem Gegner ankämpft. Ebenso wichtig wie die Information ist dabei das Aufrütteln und die Unterhaltung des Zuschauers.“

Seevögel können Plastik mit Nahrung verwechseln (Bild: MKG Hamburg).
Seevögel können Plastik mit Nahrung verwechseln (Bild: MKG Hamburg).

An manchen Stellen wird der Film „einfach nur langweilig und ärgerlich“, heißt es in der Kritik auch – und das unterscheide Boote von Michael Moore. Wir meinen: trotzdem ein wichtiger Film, weil er zeigt: Völlig ohne Plastik leben zu wollen ist utopisch – umso wichtiger ist es, verantwortungsvoll damit umzugehen.

Über den Regisseur Werner Boote: Geb. 1965 in Wien, studierte Theaterwissenschaft, Publizistik und Soziologie sowie an der Filmakademie und arbeitete in vielen Funktionen bei Filmproduktionen. Er war Regieassistent bei Robert Dornhelm und Ulrich Seidl. Seit 1993 dreht Werner Boote eigene Filme, die vor allem im Musikbereich angesiedelt sind. Werner Boote lebte von 1993 – 2002 in Amsterdam, seit 2002 wohnt er in Wien. Mehr auf www.wernerboote.com

Ihr wollt euch eine eigene Meinung zum Film machen?  http://www.plastic-planet.de/derfilm.html

Auf Facebook: https://www.facebook.com/PlasticPlanet

Auf YouTube: http://www.youtube.com/user/PlasticPlanetMovie

0 Kommentare zu “Filmtipp: Plastic Planet – geht es auch ohne Plastik?”

Kommentare
Du möchtest mitdiskutieren? Hinterlasse hier deinen Kommentar oder melde dich in der Community an.

Werde jetzt Mitglied der Community! Hier geht's zur Anmeldung.