Jun 15
Tag_der_Verpackung_Etienne_Graf_2

Ein Beitrag von Etienne Graf

Zum ersten internationalen Tag der Verpackung wurden Studierende der Verpackungstechnik der HdM Stuttgart und HTWK Leipzig zu einer Exkursion von Nestlé Deutschland AG und Duales System Holding eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie sieht ein sinnvoller und nachhaltiger Lebenszyklus von Kunststoffverpackungen aus?

Wir Studierenden wurden am 9. Juni an den Pforten des Maggi-Werkes in Lüdinghausen begrüßt. Spezialisten aus den einzelnen Fachbereichen sollten uns dabei begleiten. Auf der Tagesordnung standen zunächst Vorträge des Dualen Systems Deutschlands, welches jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen Wertstoffe recycelt, sowie der Firma Nestlé Deutschland, welche einen hohen Anteil der Lebensmittelverpackungen produziert.

Durch diese Vorträge konnten wir bereits einen ersten Einblick in den aktuellen Stand der Nachhaltigkeit des Wertschöpfungskreislaufes gewinnen. Bei der Firma Nestlé ist es bereits üblich, für die Neueinführung einer Verpackung einen Test des ökologischen Fußabdruckes durchzuführen. Herr Dr. Hertlein der Firma Nestlé machte deutlich, dass sich ein bereits auf dem Markt etabliertes Produkt nachträglich nur noch mit sehr hohem Aufwand verändern lässt.

Daher ist es für eine Weiterverarbeitung der Abfallstoffe unabdingbar, dass bereits in der Entwicklungsphase auf die Wiederverwertung geachtet wird. Die Verpackung muss für eine saubere Trennung entsprechend gestaltet werden. Bei Flaschen mit Drehverschlüssen bedeutet dies beispielsweise, dass sich beide Teile aus dem gleichen Material zusammensetzen sollten, da die Trennanlage ansonsten nur einen der beiden Kunststoffe weiterverwerten kann.

Zu Gast bei der Tönsmeier GmbH & Co. KG (Etienne Graf).
Zu Gast bei der Tönsmeier GmbH & Co. KG (Etienne Graf).

Nach den ersten spannenden Vorträgen besichtigten wir die Produktionsstätte des Maggi-Werkes. Hier werden Suppen und Soßen sowie die wohlbekannte 5-Minuten-Terrine produziert. Das Werk nimmt somit die ersten Schritte im Lebenszyklus der Produkte ein, die Entwicklung, Produktion und Abfüllung.

Zwischenzeitlich landen die Produkte beim Konsumenten, der die Verpackung nach Verwertung des Inhaltes in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gibt. Die Gelbe Tonne bzw. der Gelbe Sack gelangen durch die Entsorgungslogistik zu einer Müllsortieranlage.

Unsere Exkursion führte uns zu einem weiteren Partner in der Wertschöpfungskette. Wir waren anschließend bei der Firma Tönsmeier in Porta Westfalica zu Gast, hier werden die Wertstoffe angeliefert, sortiert und aufbereitet.

Während des Besuches bei Tönsmeier bekamen wir einen Einblick wie eine Müllsortieranlage funktioniert und welche Schwierigkeiten dabei auftreten. Heutzutage müssen nur noch einzelne Verpackungen händisch aussortiert werden, was jedoch eine sehr gute Kenntnis und Auge der Mitarbeiter voraussetzt, wenn die Verpackungen über das Band rauschen.

Gepresste Ballen, fertig zur Weiterverarbeitung (Etienne Graf).
Gepresste Ballen, fertig zur Weiterverarbeitung (Etienne Graf).

Nach dem Aufbereiten der Wertstoffe werden sie zu Ballen gepresst und gebunden, ehe sie an einen weiterverarbeitenden Betrieb geliefert werden.

Systec Plastics ist eine dieser weiterverarbeitenden Firmen und war somit unsere nächste Station auf der Exkursion. In ihrem Werk produziert die Firma neues Recyklat nach erneutem Sortieren, Waschen und Aufbereiten der Wertstoffe.

Heutzutage sind die recycelten Granulate, wie sie in dieser Wertschöpfungskette entstehen, noch nicht für die Wiederverwendung in der Lebensmittelverpackung zugelassen. Dazu fehlt ihnen bislang die nötige Reinheit. Die Sekundärrohstoffe werden daher für neue Pflanzentöpfe, Eimer, Baumaterialien wie Abwasserrohre und weitere Produkte eingesetzt.

Wertschöpfungskreislauf in der Abfallwirtschaft (Etienne Graf).
Wertschöpfungskreislauf in der Abfallwirtschaft (Etienne Graf).

Ein geschlossener Kreislauf innerhalb der Lebensmittelverpackung ist momentan noch ein Zukunftswunsch, kann jedoch bereits in den nächsten Jahren Realität werden, wenn wir als Konsumenten, Entwickler, Produzenten und Wiederverwerter gemeinsam Hand in Hand dieses Ziel verfolgen.

Bild oben: Unsere mitgebrachten 5-Minuten-Terrine-Becher durchlaufen die Sortieranlage (Etienne Graf).

 

 

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