Dez 17

Vielleicht habt ihr schon mal von oxo-abbaubaren Kunststoffen gehört. Diese zersetzen sich unter dem Einfluss von Licht und Sauerstoff selbst. Was zunächst nach einer cleveren Idee klingt, die viele Probleme lösen könnte, hat einen schwerwiegenden Haken: Denn diese Kunststoffe lösen sich nicht vollständig auf – sie zerfallen vielmehr in mikroskopisch kleine Partikel, auch Mikroplastik genannt. Das heißt, es bleiben immer kleinste Überreste in der Natur zurück. Und das verschärft auch die Plastikprobleme der Weltmeere.
Oxo-abbaubare Kunststoffe sind keine Lösung

oxo-abbaubare KunststoffverpackungenEs wird viel geforscht, um Kunststoffe zu entwickeln, die sich selbst zersetzen. Aber nur weil man die Rückstände nicht sieht, sind sie nicht weniger gefährlich. Das Gegenteil ist der Fall. Denn neben Plastiktüten, Verpackungen und anderem Müll gelangen auch diese Mikroplastikteilchen ins Meer – und werden dort mit dem anderen Plastik zu einer tödlichen Gefahr für Vögel, Fische und andere Meeresbewohner. Diese nehmen die Überreste über die Nahrung und das Wasser auf. Das ist besonders tragisch, weil die Tiere entweder direkt an den Teilchen ersticken können oder mit vollem Magen verhungern, da das Mikroplastik den Verdauungsapparat verstopft. Auf diese Weise verenden jährlich ca. 100.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel qualvoll.

Aber das ist nicht das einzige Problem. Durch unseren Fischverzehr landet Mikroplastik dann auch irgendwann auf unseren Tellern. Es gibt also einige Gründe, die gegen den Einsatz von oxo-abbaubaren Kunststoffen für Verpackungen sprechen. Denn der Kunststoff sorgt nicht nur dafür, dass die Müllprobleme im Meer noch größer werden, sondern er kontaminiert auch Materialien, die sich eigentlich recyclen lassen würden. Nicht zuletzt deshalb hat auch Der Grüne Punkt die von der Ellen McArthur Stiftung initiierte Erklärung unterzeichnet, die ein globales Verbot der oxo-abbaubaren Kunststoffe fordert. Die Ellen Mac Arthur Stiftung besteht seit 2010 und hat sich zum Ziel gesetzt, die Kreislaufwirtschaft weiter voranzutreiben und damit unter anderem das Problem von Plastik in den Meeren zu minimieren.

Sinnvolle Hilfe für die Meere

Nach wie vor gilt: Wir müssen verhindern, dass Plastik überhaupt erst ins Meer gelangt. Die beste Möglichkeit dafür ist es, Müll zu vermeiden. Aber klar ist auch: Das lässt sich nicht in allen Bereichen umsetzen. Deshalb ist der zweite Schritt für eine geringere Belastung der Weltmeere ein funktionierendes Recyclingsystem. Alte Kunststoffverpackungen müssen wieder zu neuen Plastikrohstoffen werden. Das funktioniert aber nur, wenn wir alle unseren Müll richtig trennen. Denn das gewährleistet, dass wir aus Abfall wieder hochwertige Rezyklate, also Recyclingkunststoffe gewinnen können und so die Umwelt weniger belasten.

Wie belastet die Weltmeere schon jetzt sind, erkennt man, wenn man sich die Zahlen anschaut. Jedes Jahr gelangen etwa acht Millionen Tonnen Plastikmüll ins Meer. Wer glaubt, dass dieses Problem weit weg ist, irrt. Denn auch in der Nord- und Ostsee finden die Fischer immer mehr Müll in ihren Netzen. Ein Ansatz, der dem entgegen wirken möchte, ist Fishing for Litter. Die Initiative wurde 2011 gemeinsam vom NABU und verschiedenen Fischern ins Leben gerufen und macht sich zur Aufgabe, den Müll im Meer zu reduzieren. Dafür werden den Fischern große Sammelsäcke zur Verfügung gestellt, in denen sie den „schmutzigen Beifang“ sammeln können. Wenn sie wieder an Land anlegen, können sie den gesammelten Müll in einem Container entsorgen. Aus der Sammlung können wichtige Rückschlüsse auf die Herkunft des Mülls gezogen werden. Und das hilft dann am Ende hoffentlich, den Müll in den Weltmeeren zu reduzieren.

Fazit:
Wir alle können etwas gegen den Müll in den Meeren unternehmen. Müllvermeidung und hochwertiges Recycling sind dabei der einzige Weg, der langfristig Erfolg verspricht. Also lasst uns gemeinsam mit unserem Verhalten im Alltag das Meer vom Müll befreien!

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