Jul 14
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Stichwort Littering – wie kommt der Müll in die Landschaft? Littering (englisch für Vermüllung) „bezeichnet das achtlose Wegwerfen und Liegenlassen von Abfall vorzugsweise auf öffentlichem Grund, d. h. insbesondere Straßen, Plätze und Parks“, erläutert Wikipedia.

Keiner will’s gewesen sein, aber überall ist er zu finden, manchmal mehr, manchmal weniger. Weit laufen braucht man dazu nicht – wir haben im letzten Jahr zusammen mit Hannes in der Nähe unserer Büros gesucht und jede Menge am Straßenrand gefunden.

Das sieht nicht nur hässlich aus, das ist auch eine echte Gefahr für die Umwelt: Aus dem Müll (zum Beispiel alten Elektrogeräten oder Autobatterien) können giftige Stoffe austreten, Boden und Grundwasser vergiften, Tiere und Pflanzen schädigen. Und einmal unkontrolliert in die Umwelt gelangt, können Abfälle über Bäche und Flüsse oder auch den Wind ins Meer getragen werden. Aus dem Meer sind sie praktisch nicht mehr rückholbar. Schätzungen zufolge stammen 80 Prozent des Mülls im Meer von Land. Beispielhafte Projekte wie „Fishing for Litter“ versuchen etwas gegen dieses Problem zu unternehmen.

Das beispielhafte NABU-Projekt „Fishing for Litter“ gibt Fischern die Möglichkeit, gefischten Abfall kostenfrei und umweltgerecht zu entsorgen (Bild: NABU).
Das beispielhafte NABU-Projekt „Fishing for Litter“ gibt Fischern die Möglichkeit, gefischten Abfall kostenfrei und umweltgerecht zu entsorgen (Bild: NABU).

Viele Städte, darunter auch Köln, reagieren mit freiwilligen Putzaktionen. Die sollen nicht nur für saubere Parks und Straßen sorgen, sondern auch für mehr Problembewusstsein. Nur: Wer an solchen Aktionen teilnimmt, ist ohnehin eher kein Umweltschwein, oder?

Für das Littering gibt es viele Ursachen:

Gedankenlosigkeit oder Nach mir die Sintflut: An manchen Stränden und auf vielen Spielplätzen ist der Sand mit Zigarettenkippen nur so durchsetzt. Älteren Untersuchungen zufolge machen Zigarettenkippen der Anzahl der Objekte nach den weitaus größten Anteil am Müll in der Landschaft aus. Den Aschenbecher im Auto oder gar einen tragbaren Aschenbecher zu nutzen scheint vielen Rauchern zu lästig.

Geiz: Abfallentsorgung kostet Geld – mancherorts wird das Restmüllaufkommen nicht pauschal, sondern nach Gewicht oder Volumen abgerechnet. Das scheint es manchem Pappenheimer klüger, seinen Müll in den Straßengraben zu kippen.

Ignoranz: Eigentlich hat Deutschland eine der besten Abfallinfrastrukturen der Welt – für jede Form von Abfall gibt es ein Gefäß oder eine Annahmestelle. Manchen ist es trotzdem zu viel, bei ihrer Gemeinde oder ihrem Entsorger zu fragen, wie man problematischen oder sperrigen Abfall ordnungsgemäß loswerden kann.

Dabei ist das Entsorgen von Abfall in der Umwelt eine Ordnungswidrigkeit oder – je nach Schwere – auch eine Straftat. Die Städte schicken sogar Müllsheriffs los, um herauszufinden, von wem der Dreck an der nächsten Ecke stammt.

Wir halten uns viel darauf zugute, wie hochentwickelt unser Land doch ist – der Müll in der Landschaft zeigt, dass auch wir uns noch weiterentwickeln können.

Um bei uns allen wieder mehr Bewusstsein für die Umwelt und gegen Littering zu wecken, startet Der Grüne Punkt im Juli die Aktion „Waste Watcher“. Hierbei ruft Der Grüne Punkt wöchentlich zum Posten von Urlaubsbildern mit vermüllten Gegenden im Freien auf. Unter allen Teilnehmern verlosen wir Taschen aus Recyclingmaterialien. Wir freuen uns über zahlreiche Teilnehmer 🙂

Titelbild: DSD/N. Völl

Ein Kommentar zu “Littering – Müll in der Landschaft – muss das sein?”

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