Mär 14
litter near lodge on the annapurna circuit, nepal

Was die Natur nicht vorgesehen hat, der Mensch schafft es: Müllkippen selbst auf den noch so entlegenen Flecken der Erde zu hinterlassen – auch am Mount Everest oder am Annapurna. Und dies sind nur zwei namhafte Beispiele. Müllprobleme in abgeschiedenen Bergwelten sind überall präsent.

Man kann es wirklich kaum glauben, wie Menschen, die eigentlich die unberührte Natur genießen wollen, diese durch ihre Hinterlassenschaften einfach zerstören. So hat der Mount Everest wirklich ein Müllproblem. Seine Berghänge sind übersät von Abfällen, die frühere Expeditionen dort hinterlassen haben. Seit der Erstbesteigung durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay am 29. Mai 1953 haben inzwischen mehr als 4.000 Bergsteiger, Extrem-sportler, Abenteurer und Umweltverschmutzer den Berg bestiegen. Schon seit langem prangern Umweltschützer die Vermüllung des Berges an und kämpfen leider recht erfolglos dagegen. Dutzende von Bergsteigern und Helfern haben in den vergangen Jahren bereits tonnenweise Abfälle gesammelt und vom Mount Everest geschleppt. Schätzungen von Experten gehen davon aus, dass rund 50 Tonnen Abfälle auf den insgesamt 8.848 Höhenmetern des Berges herumliegen.

Sichtbar wird auch immer mehr Müll, weil Gletscher schmelzen. Die Eismassen haben jahrzehntelang den Müll umschlossen. Mit dem Abschmelzen kommt er jetzt wieder an die Oberfläche.

Allerdings sollte man nur nicht glauben, dass es sich bei dem Müll auf dem Berg vorwiegend um gebrauchte Sauerstoffflaschen handeln würde. Nein! Es liegt der normale Zivilisationsmüll rum. Angefangen von Plastikflaschen, über Verpackungen aller Art bis hin zu Kleidungstücken oder Zeitschriften. Doch auch für diese mitunter recht ungewöhnlichen Hinterlassenschaften haben Experten eine Erklärung: Da die Bergsteiger wegen der Anpassung an die jeweiligen Druckverhältnisse längere Zeit auf bestimmten Höhen verweilen müssen, bleiben eben auch ausgediente Konsumartikel zurück. Im Hochgebirge werden sogar die Unmengen an menschlichen Fäkalien zum Problem. Sie können nämlich aufgrund der dort herrschenden eisigen Minustemperaturen kaum zerfallen. Deswegen bringen manche Expeditionen sogar schon tragbare Toilettenkanister mit.

Das Tourismusministerium in Kathmandu hat nun dem Müll am Mount Everest, und vor allem den Verursachern, entschieden den Kampf angesagt. Mit Beginn der diesjährigen Bergsteiger-saison gelten am Mount Everest einige neue Vorschriften. So sind Bergsteiger verpflichtet, mindestens acht Kilogramm ihres Abfalls wieder in das Basislager mit zurück zu bringen. Kontrollen am Basislager überwachen diese Vorschriften. Welche Strafen allerdings bei Missachtung der Müllentsorgung drohen, ist noch nicht abschließend geklärt. Dem Vernehmen nach ist aber zu hören, dass, wer ohne Müll zurück kommt, vor Gericht gestellt und bestraft werde.

Bisher gab es nur relativ schwammige Regelungen. Man konnte eine gezahlte Kaution von 4.000 Dollar verlieren, wenn man seinen Müll nicht wieder mitbrachte. Umgesetzt wurden die Regeln jedoch kaum. Außerdem, was sind schon 4.000 Dollar, wenn man dafür praktischer-weise den ganzen unnötigen Ballast für den Rückweg am Berg lassen konnte ohne Zusatzkosten z. B. für Träger oder Entsorgung zu haben?

Mittlerweile gibt es Agenturen, die sich für den Einklang von Mensch und Natur einsetzen. So organisiert Asian-Trekking schon seit mehreren Jahren die Eco Everest Expedition, eine Bergbesteigung unter ökologischen Aspekten, verbunden mit öffentlichkeitswirksamen Hinweisen zu den drängenden Umweltproblemen. Dass das auch beim Bergsteigen funktionieren kann, hat dieses Expeditions-Modell schon bewiesen: Nachhaltigkeit ist die Devise. Solarstrom wird für alles eingesetzt was Strom benötigt, selbst für die äußerst wichtige Kommunikationstechnik. Kartuschen o .ä. werden vermieden, denn es wird nicht mit Gas oder Kerosin gekocht, sondern mit Parabol-Kochern. Also Kochern, die Sonnenstrahlen mittels einer Aluminium-Schüssel fokussieren, und einen mittig angebrachten Topf erhitzen. Besonderes vorbildlich: Der eigene Müll wird gesammelt, getrennt und verwertet. Ja, man könnte sagen: Der Grüne Punkt hat den Mount Everest erreicht.

Insgesamt bleibt nur zu hoffen, dass sich auch am Mount Everest – und allen betroffenen Bergsteigerregionen – Umweltschutz und Nachhaltigkeit durchsetzen. Falls der Mensch damit nicht klar kommt, darf es eben keine Expeditionen mehr in solche Regionen geben – fertig! Oder? Was meint ihr?

 

Bildnachweis: Fotolia, Paul Prescott

 

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