Apr 18

Wir bekommen viel Resonanz von Menschen, denen Mülltrennung wichtig ist. Darunter sind auch Fragen und bekanntlich liegt ja die Tücke im Detail. Deshalb möchten wir heute zwei Fragen beantworten, die uns immer wieder gestellt werden.

Frage 1): „Was kann ich bei der Mülltrennung noch besser machen?“

Die einfache Antwort: Den Müll in die richtige Tonne bzw. den richtigen Sack entsorgen. Dazu gehört auch, verschiedene Materialien voneinander zu trennen. Es hilft zum Beispiel schon immens, den Deckel vom Joghurtbecher abzuziehen und beides getrennt in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne zu entsorgen.

Der Grund dafür ist ganz einfach: Die Maschinen in den Sortieranlagen sortieren ein Material nach dem anderen vom Band. Der Deckel vom Joghurtbecher besteht aus Aluminium. Dieser Stoff ist nicht magnetisch, aber elektrisch leitfähig. Daher kann er mit einem so genannten Wirbelstromscheider ganz leicht und zuverlässig sortiert werden. Wie das genau funktioniert, wird in diesem Video anschaulich erklärt:

 

IMG_0245_180419Der Joghurtbecher selbst besteht aus einem Kunststoff, meistens Polypropylen (PP). Für dessen Sortierung ist eine andere Maschine zuständig, die den Kunststoff mithilfe von Licht erkennt – also ein ganz anderes technisches Verfahren. Hängen Aluminium und Kunststoff noch zusammen, gerät entweder der Becher mit in die Aluminiumsammlung (was häufiger der Fall ist, da der Wirbelstromscheider in der Reihenfolge der Anlage vor der Kunststoffsortierung steht) oder der Alu-Deckel wird ins PP mitgerissen. Das jeweils fremde Material muss später beim Recycling als Störstoff aussortiert werden – und geht als Rohstoff verloren.

Frage 2): „Sollte man Verpackungen ineinander stapeln um Platz zu sparen?“

Hier lautet die Antwort ganz klar „Nein“. Was sinnvoll und platzsparend erscheint, macht wiederum Probleme bei der Sortierung. Denn hier gilt das Gleiche wie für den Joghurtbecher und den Deckel: die Materialien können nicht voneinander getrennt werden. Deshalb sieht man auch in Sortieranlagen häufig Konservendosen, in die andere Verpackungen, meist Folien, hineingesteckt worden sind. Das können die Maschinen nicht auseinandersortieren.

IMG_0247_180419Denn die Konservendosen werden von einem Magneten, der über dem Fließband angebracht ist, angezogen und fallen dann aufs Förderband für Weißblech. Das Blech wird weiter ins Stahlwerk gebracht und dort wieder eingeschmolzen. Die Folien, die in der Dose stecken, stören bei der Stahlherstellung – und können natürlich auch dem Wertstoffkreislauf nicht mehr zugeführt werden.

Fazit:
Diese beiden Fälle zeigen: Es sind oft Kleinigkeiten, die eine große Wirkung haben. Der kleine Mehraufwand, die verschiedenen Materialien getrennt voneinander in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne zu geben, erzeugt wenig Aufwand – macht aber das Recycling oft viel effektiver.

2 Kommentare zu “Mülltrennung ist nicht gleich Mülltrennung – zwei nützliche Tipps, die beim Recycling helfen.”

Kommentare
Du möchtest mitdiskutieren? Hinterlasse hier deinen Kommentar oder melde dich in der Community an.

Werde jetzt Mitglied der Community! Hier geht's zur Anmeldung.

  1. avatar
    SLN

    Haha, vorbildliches Recycling (wie in der Sendung mit der Maus) gerade am Beispiel der Kaffee-Kapseln zu demonstrieren, ist ein niedlicher Versuch… 🙂

    Antworten

    • avatar
      Norbert Völl

      Natürlich versuchen wir, Tipps zum Recycling so einfach wie möglich zu erklären – damit die Inhalte für jeden verständlich sind. Und wieso nicht am Beispiel der Kaffee-Kapseln?

      Antworten