Apr 13
Hans Carl von Carlowitz (c) Carlowitz-Gesellschaft

Der Kampf gegen die Natur hatte für die Menschen im 18. Jahrhundert eine besondere Bedeutung. Um überleben zu können, mussten sie ihr Rohstoffe abtrotzen, in Deutschland vor allem das Holz. Und was sie taten, erinnert an unser Verhalten heute: Sie betrieben, wie schon die Generationen zuvor, Raubbau und Ausbeutung, um mit Holz bauen und heizen zu können, oder durch Abholzung Acker-, Weide- oder Siedlungsflächen zu erhalten. War Deutschland einst in weiten Teilen noch von Wald bedeckt, wurde der Wald im Mittelalter auf etwa ein Viertel seiner Fläche reduziert und der Prozess lief ungehindert weiter. Folgen wie die Bildung weitläufiger Heidelandschaften und Wanderdünen machten vielerorts das Überleben zum Problem.

Ein weitsichtiger Mensch prägt einen modernen Begriff: die Nachhaltigkeit

Ein weitsichtiger Mensch schließlich, der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz, erkannte, dass die Gesellschaft sich mit einer derartigen Wirtschaftsweise der eigenen Lebensgrundlagen beraubt. 1713 prägte er einen Begriff, der so modern daherkommt, dass die meisten ihn der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen von 1992 in Rio de Janeiro zuschreiben: die Nachhaltigkeit. Carlowitz, der als Begründer der modernen Forstwirtschaft gilt, schrieb die Nachhaltigkeit als Prinzip in seinem Lehrwerk „Sylvicultura oeconomica“ nieder. Seine Idee zur Sicherung des Rohstoffbestandes an Holz wurde zum Prinzip der nachhaltigen Lebensweise, die bis ins 21. Jahrhundert trägt: „Es dürfen nicht mehr Bäume gefällt werden, als neue nachwachsen.“ Denn, so formulierte er, es ist „eine unentbehrliche Sache“, weil sonst die Wohlfahrt des Landes leide.

Und heute? Nachhaltigkeit ist seit der Rio-Konferenz ein globales Leitbild. Die Kernfrage seitdem: Wie können wir das Auskommen einer schnell wachsenden Weltbevölkerung sichern und gleichzeitig unsere Lebensgrundlagen dauerhaft bewahren?

Antworten werden noch gesucht. Ab sofort stellen wir euch hier in loser Folge mögliche Lösungen vor.

Mehr zu Hans Carl von Carlowitz findet ihr hier.

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