Mai 13
(c) BMU, Berlin,Eisenwald

Netzausbau: Strom möchte jeder, ökologisch am liebsten, den Strommast vor der Haustür aber niemand.

Das wird aber im Zuge der Energiewende mit dem damit verbundenen Ausbau von Hochspannungsstromleitungen, kurz Netzausbau, in Deutschland nicht überall zu verhindern sein.

Deshalb hat das Bundeskabinett am 24. April 2013 bundesweit einheitliche Ausgleichsregelungen bei Eingriffen in die Natur beschlossen. Die „Kompensationsverordnung“ von Bundesumweltminister Peter Altmaier sieht Bestimmungen zum Naturschutz vor, wenn Natur und Landschaft beeinträchtigt werden.

Um landwirtschaftliche Interessen zu wahren, sollen besonders geeignete Böden geschont und die zuständigen Landwirtschafts- und Forstbehörden beteiligt werden. Kompensationsmaßnahmen in Form von Entsiegelung und Wiedervernetzung sollen belohnt werden. Grundsätzlich sollen Eingriffe in die Natur möglichst vermieden werden. Ist dies nicht möglich, wird der Wert der Natur erfasst und bewertet. Sofern ein Biotop oder andere Schutzgüter – darunter fallen Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft und Klima – erheblich beeinträchtigt werden, muss ein Ausgleich erfolgen. Dessen Höhe wird anhand eines Biotopwertverfahrens ermittelt. Wenn zusätzlich vom Aussterben bedrohte Arten, Natur- und Vogelschutzgebiete betroffen sind, müssen diese gesondert kompensiert werden.

Besonders geregelt sind sogenannte Eingriffe in das Landschaftsbild. Bei Turmbauten über 20 Meter wird künftig generell ein Ersatzgeld erhoben. Dessen Höhe richtet sich nach der Anlagenhöhe und dem Ort. So sind etwa Windkraftanlagen oder Strommasten in einer normalen Agrarlandschaft in eine geringere Wertstufe einzuordnen, Anlagen in Landschaften von europaweiter Bedeutung in der höchsten Wertstufe. Bei einer 200 Meter hohen Anlage beträgt das Ersatzgeld demnach zwischen 20.000 und 160.000 Euro.

NABU-Chef Leif Miller fordert im Zusammenhang mit dem Netzausbau bei der weiteren Planung, öffentlich akzeptierte und möglichst naturverträgliche Alternativen für die Trassenführung und Standorte technischer Anlagen zu identifizieren. Insbesondere dort, wo die zusätzlichen Belastungen durch neue Freileitungen für Mensch und Natur besonders hoch seien, sollte die Möglichkeit einer Erdverkabelung gleichberechtigt geprüft werden.

Wie heiß das Thema ist, zeigt eine Fachtagung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) dazu am 15. Mai 2013 in Berlin. Der Titel ist Programm: „Netzausbau mit der Natur – Lösungen für die Energiewende im Dialog“.

Mehr zur BfN-Tagung findet ihr hier

Was das Umweltministerium zur Energiewende sagt, findet ihr hier

Mehr über die Kompensationsverordnung findet ihr hier

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