Mär 13
Steuer auf Plastiktüten?

Eine heftige Diskussion dreht sich um die praktische Tragehilfe aus Kunststoff. Sie dient aber nicht nur zum Transport des Einkaufs, sondern ebenso als Werbeträger für Kaufhäuser und Supermärkte.

Kritik an der Tüte üben vor allem Umweltverbände: So benötige man für eine 20 Gramm wiegende Einkaufstüte 40 Gramm Erdöl, um sie zu produzieren. Die Nutzungsdauer sei im Verhältnis zur Verrottungsdauer sehr gering, denn meistens werde die Plastiktüte nur für wenige Minuten verwendet. 400 Jahre dauere es jedoch, bis eine Tüte vollständig abgebaut sei.

Um den Verbrauch der Tüten und auch den Plastikmüll einzuschränken, fordern jetzt Die Grünen, Plastiktüten mit 22 Cent zu besteuern. In Irland habe eine Plastiktütensteuer zum drastischen Rückgang des Verbrauchs um 90% geführt. In anderen Ländern wie Frankreich, Ruanda und Bangladesch seien Plastiktüten sogar schon ganz verboten. Mit der Abgabe von 22 Cent pro Tüte wollen Die Grünen die Erforschung biologisch abbaubarer Kunststoffe finanzieren.

Die Steuerpläne der Grünen werden vom Handel aber heftig kritisiert: Eine Steuer auf Plastiktüten würde die Verbraucher 1,2 Milliarden Euro im Jahr kosten, hat er ausgerechnet. Es gebe keinen Bedarf für eine Regelung, denn die Deutschen gingen heute schon sehr sparsam mit Plastiktüten um. Außerdem seien die Tragetaschen zumeist aus Recyclingmaterial hergestellt und würden über die Gelbe Tonne einer Verwertung zugeführt.

Tatsächlich müssen Verbraucher an den meisten Supermarktkassen für Tragetaschen aus Plastik bezahlen. Wie seht ihr diese Diskussion? Macht mit bei unserer Aktuellen Frage.

(Mitarbeit: Julia Schmitt)

4 Kommentare zu “Plastiktüte: Tragehilfe oder Umweltsünde?”

Kommentare
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  1. avatar
    thomas

    Ist schon komisch, immer wenn es darum geht, etwas zu verändern, geht es an den Geldbeutel der Bevölkerung. Ich für meinen Teil hebe die Plastiktüten auf und verwende sie weiter. Und so wird es auch vielen anderen gehen. Vielleicht sollten hier mal die Unternehmen aufgefordert werden, Plastiktüten mit Mehrwert zu erschaffen. An der Optik feilen und nicht nur ihre Marke präsentieren. Oder Plastiktüten mit Moralappell schaffen. Aber für mich scheint das von den Grünen einfach nur Wahlkampf. Es wird sich ein Minithema rausgepickt und darauf herumgeritten. Nachhaltigkeit fängt meiner Meinung nach in den Köpfen der Menschen an, nicht im Geldbeutel.

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  2. Sar Jar

    Die Politik MUSS da regulierend eingreifen… man kann ja im Einzelhandel problemlos auf Papiertüten umsteigen. Die sind meist recylced und können wieder recycled werden.

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      Blogteam

      Papier lässt sich in der Tat sehr gut recyceln, das stimmt. Aber wir müssen auch eine Lanze für Kunststoff brechen, denn der steht nämlich in der Umweltbilanz nicht schlechter da als Papier. Ausschlaggebend ist jedoch, wie man mit dem Kunststoff umgeht, sprich, wie man ihn entsorgt. Kunststofftüten mehrmals zu verwenden ist auf jeden Fall ein guter Ansatz, um Müll zu vermeiden. Aber noch wichtiger ist, was mit der Plastiktüte passiert, nachdem sie ausgedient hat. Der richtige Entsorgungsweg ist die Gelbe Tonne bzw. der Gelbe Sack – denn nur so kann der Kunststoff nach Sorten sortiert und dem Recycling zugeführt werden. Auf gar keinen Fall gehören Plastiktüten in die Restmülltonne – dort gehen sie dem Wertstoffkreislauf nämlich für immer verloren.

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        Thomas

        Aha. Wenn ich richtig gelesen habe, landet keine Plastiktüte, die in die gelbe Tonne geworfen wird, in der Müllverbrennung.

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