Sep 13
Bildquelle: fotolia, Kelly Kane

Natürlich, ein Urlaub in Florida ist toll. Leute, Wetter, Landschaft, Sonne und Meer, es passt einfach alles zusammen. Aber wer mit offenen Augen durch das Land reist, sieht auch den recht sorglosen Umgang der Amerikaner mit „mother nature“.

Amerika ist nach wie vor das „Land der Wegwerfkultur“ schlechthin, Verpackungsrecycling findet praktisch nicht statt. Ein Einkauf im Supermarkt verdeutlicht die amerikanische Lebensart mit der gelebten „Wegwerfmentalität“: Es gibt eine schier unglaubliche Vielfalt von Convenience-Produkten, alles einzeln verpackt. Überall sind sämtliche Mahlzeiten als to go Varianten erhältlich und schön in Plastik gehüllt.

Der Getränkebereich wird von PET-Flaschen und Dosen, den sog. cans, dominiert. Wer viel trinken will, kauft Einweggebinde mit unterschiedlichsten Füllvolumina, wobei 5-Liter-Kanister aus Kunststoff durchaus eine gängige Größe sind. Mehrweg ist schlicht unbekannt und der Einpackservice an der Supermarktkasse verpackt zwanzig gekaufte Teile sorgfältig in zehn Plastikbeutel. Normal.

Besonders verantwortungslos im Umgang mit der Umwelt ist das mangelnde Recycling. Zwar wird in manchen Staaten im Handel beim Bezahlen ein Pfand (deposit) auf bestimmte Einweggetränkeverpackungen aus PET erhoben, aber wofür? Für die Dosen existiert mitunter eine Steuer (tax), die ebenfalls vom Endverbraucher an den Supermarktkassen zu entrichten ist. Im deutschen Sprachgebrauch gibt es schon gewaltige Unterschiede zwischen Pfand und Steuer, die Begriffe deposit oder tax in Amerika umfassen allerdings identische Sachverhalte: Im Idealfall jedenfalls sollen PET-Flaschen und Dosen an zentralen Standorten gegen Erstattung des Betrages zurückgegeben werden. Aber auch dies funktioniert offensichtlich nur sehr leidlich, der Rücklauf ist marginal. Sämtliche Getränkeverpackungen landen praktisch im Restmüll.

Auf Nachfrage in den Supermärkten wofür deposit oder tax denn erhoben würden, wurde meist nur geantwortet „dies sei eben so“, oder manchmal „für die Umwelt“. Wo man schließlich sein eingesetztes Geld zurückerhält, also die Standorte von Sammelstationen, kennt niemand, aber sie mag es geben. Mit anderen Worten: Stillschweigend wird ein Aufgeld für Einweggetränkeverpackungen bezahlt und entsorgt werden diese über den Restmüll. Ein nicht unerheblicher Teil davon landet immer outdoor in den unendlichen Weiten des Landes oder praktischerweise direkt im Meer.

Recycling ist keine Hexerei, man muss es nur wollen und Verantwortung für seine Umwelt übernehmen. Es wird höchste Zeit für ein umfassendes Verpackungsrecycling in Amerika. Denn die Amerikaner leben ihre Wegwerfkultur und –mentalität, mit und ohne Grünem Punkt.

 

(Bildnachweis: fotolia, Kelly Kane)

 

 

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