Dez 14
244156_130812580326945_7544098_o-895x500

Ob Papier-, Plastik- oder Stofftasche: In unserer Verantwortung liegt letztlich die ökologische Konsequenz für die Umwelt. Sind Bioplastiktüten eine Alternative? Auf den ersten Moment könnte man meinen, es handle sich um eine normale Plastiktüte, nur in Bio, also abbaubar oder nachhaltig produziert. Oder doch ohne Schadstoffe? Genau da setzt auch schon der erste Punkt an. Es ist nicht festgelegt, was dieses Bio bedeutet.

Bei den Bioplastiktüten steht das Bio für teilweise biobasiert und auch biologisch abbaubar. Die Zusammensetzung besteht bei den meisten zu 70 Prozent nach wie vor aus Erdöl, dem endlichen Rohstoff. Die anderen 30 Prozent bestehen aus Kunststoffen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurden. Die Herstellung solcher Biokunststoffe, wie zum Beispiel die häufig verwendete maisbasierte Polymilchsäure (PLA), ist in ihrer Ökobilanz aber wesentlich schlechter. Es muss mehr Energie und Wasser für die Erzeugung investiert werden als bei normalen Plastiktüten. Die aus der Mischung entstehenden Tüten müssen zudem dicker gemacht werden, um die gleiche Reißfestigkeit aufzuweisen. Das belastet die Umwelt zusätzlich.

Wie sieht es mit den weiteren vermeintlichen positiven Effekten aus? Zwar sind die Bioplastiktüten mit dem Keimling gekennzeichnet, einem Siegel, das für eine 90-prozentige Zersetzung innerhalb von drei Monaten steht. Doch hat dies immer noch entscheidende Nachteile:

  • Sie werden in deutschen Kompostieranlagen als Störstoffe beseitigt,
  • dürfen außerdem in vielen Kommunen nicht in die Biotonne, da die Qualität des Biomülls verschlechtert wird,
  • zerfallen im Zersetzungsprozess zu Wasser und Luft, was keine weiteren Gewinnmöglichkeiten aus den ursprünglichen Ressourcen zur Folge hat.
  • Die Kompostierung eines Biokunststoffes wie PLA trägt weder zum Aufbau von Humus bei, noch werden pflanzenverfügbare Nährstoffe zur Verfügung gestellt.
  • Auch im Recycling in der Gelben Tonne vermindert es die Qualität der anderen Rohstoffe, da sie sich im Aufbereitungsprozess auflöst und sich als Film über die anderen Materialien zieht.

Auch wenn der derzeitige Entwicklungsstand von Bioplastiktüten mehr Nachteile als Vorteile bedeutet, so ist das innewohnende Potential immer noch beachtlich und sollte nicht in Vergessenheit geraten. Erstens sind die bereits erzielten Fortschritte seit der Erstentwicklung enorm und zweitens darf das Streben nach umweltfreundlicheren Tüten nicht ermüden. Die Zeit einer Bioplastiktüte ist noch nicht gekommen, aber ihre Weiterentwicklung bringt diesen Tag näher.

0 Kommentare zu “Und was ist eigentlich mit diesen sogenannten Bioplastiktüten?”

Kommentare
Du möchtest mitdiskutieren? Hinterlasse hier deinen Kommentar oder melde dich in der Community an.

Werde jetzt Mitglied der Community! Hier geht's zur Anmeldung.