Apr 13
(c) Paul Schwarzl, fotolia.com

„Für mich gibt’s keine Unkräuter“, erklärte uns eine Kollegin, „nur Wildkräuter“. Und sofort waren wir in ein interessantes Gespräch vertieft. Ein Kraut, meinte sie, werde dann zum Unkraut, wenn der Mensch es als störend empfinde, obwohl es gleichermaßen auch Nutzpflanze oder Heilkraut sein könne. Ihr Beispiel: die „Große Brennnessel“ – im Ziergarten ein Unkraut und gleichzeitig doch essbares Wildgemüse, Futterpflanze für Kleintiere, Nährpflanze für Schmetterlingsraupen und für den Apotheker eine Heilpflanze. Das Thema fanden wir so spannend, dass wir weiter recherchiert haben.

Kurz, eine allgemein wissenschaftlich abgesegnete Definition für Unkräuter findet sich nicht, eher eine Einigung auf Störfaktoren, die ein Gewächs zum Unkraut machen. So sagt der Industrieverband Agrar (IVA), dass Experten zwischen Wildaufwuchs, unerwünschtem Pflanzenwuchs und Unkraut unterscheiden. Pflanzen, so der IVA, werden eigentlich nur dann zu Unkräutern, wenn sie mit Nutzpflanzen um Standraum, Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren oder sich über Gebühr ausbreiten. Dabei können sie sich „ausgewachsen“ zumindest im Herbst wieder zu nützlichen Wildkräutern verwandeln, in dem sie auf den abgeernteten Flächen als eine natürliche Mulchdecke den Boden schützen. Vor der Samenreife allerdings müssen auch sie dann beseitigt oder als Gründüngung untergegraben werden.

Zurück zur Brennnessel. Wir haben das Thema auch in unsere Familien getragen und auf Anregung der Kollegin nach alten Hausrezepten gesucht. Gefunden haben wir mehr als erwartet und werden euch in loser Reihenfolge unsere Familienrezepte vorstellen. Den Anfang macht „Uroma Cilly’s Brennnesseleintopf“. Dazu braucht man junge Brennnesseln und die findet man von April bis Mai. Geht ihr auf die Suche?

Uroma Cilly’s Brennnesseleintopf

400 g Speck mit 1 Liter Wasser eine halbe Stunde köcheln. 250 g gewaschene, feingehackte, junge Brennnesseln und eine kleingeschnittene Zwiebel zum Speck geben und eine Viertelstunde gut durchkochen lassen. Speck rausnehmen. 1 Kilo Kartoffeln ganz normal in Salzwasser kochen, abschütten und zu den Brennnesseln geben. Alles stampfen und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Mit Speck servieren.

 

0 Kommentare zu “Unkräuter gibt’s nicht?!”

Kommentare
Du möchtest mitdiskutieren? Hinterlasse hier deinen Kommentar oder melde dich in der Community an.

Werde jetzt Mitglied der Community! Hier geht's zur Anmeldung.