Jun 13
(c) Kay Herschelmann_DSD

Ob neben Bahngleisen, am Straßenrand oder auch auf Hochhausdächern – egal wo, aber Hauptsache es wächst und gedeiht. So könnte man Urban Gardening beschreiben, einen Trend, bei dem fleißige Hände so ziemlich alle möglichen Freiflächen in deutschen Großstädten als Gartenfläche entdeckt haben, die traditionell noch nicht als Anbauflächen zur Verfügung standen. Angebaut werden Obst und Gemüse, vielfach auch Blumen oder blühende Pflanzen. Ähnliche Projekte gibt es inzwischen in vielen deutschen Städten, zum Beispiel auch in Berlin.

Ein Projekt dieser Art hat der 2011 gegründete Verein Kölner NeuLand e.V. auf die Beine gestellt. Ziel ist es, Bildung, Umwelt- und Naturschutz und bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Mit dem Gemeinschaftsprojekt will der Verein eine brachliegende Fläche in Köln-Bayenthal für einen mobilen Gemeinschaftsgarten zwischennutzen. Der Gemeinschaftsgarten ist ein ökologisches Landwirtschaftsprojekt in der Stadt, bei dem die Bürger mit der sinnvollen Bewirtschaftung des sonst ungenutzten städtischen Raum ihren Stadtteil gestalten. Mitmachen kann jeder. In dem Garten werden Tomaten gezogen, Feldsalat gesät, Erdbeeren und Grünkohl geerntet.

In der Gruppe erlebt man nicht nur das Aussäen und Pflegen der Pflanzen, sämtliche Arbeiten, die im Garten anfallen, werden gemeinschaftlich durchgeführt, z. B. auch die Herstellung von Pflanzkästen oder die Hege und Pflege von Bienenvölkern. Man kann auch lernen, wie anbaufrisches Gemüse weiterverarbeitet wird. Das gärtnerische, ökologische und handwerkliche Wissen wird geteilt. Zusätzlich erweitern und vertiefen kann man sein Wissen um Anbau, Nachhaltigkeit und verwandte Themen in einem der angebotenen Workshops wie Imkern, Kartoffelanbau, Mulchen, etc.. Ein Ziel des Vereins Kölner NeuLand e.V ist es, durch praktisches Handeln die Diskussion über Themen der ökologischen Landwirtschaft, des Umweltschutzes und des Umgangs mit Ressourcen (Wasser, Erde, Energie etc.) anzuregen und Wissen zu vermitteln.

Damit die Nutzung eines Gartens auch für eine begrenzte Zeit möglich wird, ist er mobil aufgebaut. Gepflanzt wird in bewegliche Kästen, Kübel, Säcke, nicht in den Boden. Wie überhaupt alles grundsätzlich transportabel ist: Vom Gartencafé bis zum Toilettenhäuschen – sobald das Areal bebaut wird, zieht der Garten weiter. Die Angebote des Gemeinschaftsgartens richten sich an alle Bürgerinnen und Bürger: Komm vorbei, mach mit!

Hättet ihr nicht auch mal Spaß an einem unkonventionellen Garten?

0 Kommentare zu “Urban Gardening: Garten sucht Landschaft”

Kommentare
Du möchtest mitdiskutieren? Hinterlasse hier deinen Kommentar oder melde dich in der Community an.

Werde jetzt Mitglied der Community! Hier geht's zur Anmeldung.