Jul 15

Schon Henry Ford, Gründer der Ford Motor Company und Erfinder des Fließband-Prinzips, vertrat die Ansicht, dass „alles immer noch besser gemacht werden kann, als es gemacht wird.“

Dieses Zitat hat noch immer große Bedeutung, denn in Zeiten von Rohstoffknappheit und Umweltverschmutzung sind in der Automobilindustrie neue Lösungsansätze gefragt. Eine sehr erfolgreiche Methode stellt die Verwendung von recycelten Kunststoffen und Altmetallen beim Bau von Neuwagen dar.

Doch woher kommt eigentlich das Material?

Die Rohstoffe für Kunststoff liefern wir Verbraucher selbst. Denn ein Teil der Verpackungen, mit denen wir den Gelben Sack, die Gelbe Tonne oder die Wertstofftonne füttern, bekommt durch den Kreislauf im Recycling ein neues Leben. Das Endprodukt daraus nennt sich dann Rezyklat, entstanden aus der Aufbereitung unserer gesammelten Verpackungskunststoffe.

Die Altmetalle kommen in den meisten Fällen vom Schrottplatz, aus der Autowerkstatt oder der Wertstofftonne. Diese werden dann im Stahlwerk eingeschmolzen und werden zu neuen Produkten. So kann zum Beispiel aus der alten Bratpfanne ein Kotflügel werden.

Primärrohstoff oder Sekundärrohstoff – was eignet sich denn besser?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Da die Metalle eine bestimmte Legierung brauchen, um den Anforderungen zu genügen, wird hier der Altmetall-und Neumetallanteil schon genau im Stahlwerk abgemessen. Somit können immer die gleichen Eigenschaften erzielt werden.-

Bei Kunststoff verhält sich das anders. Je nach Einsatzbereich werden auch hier unterschiedliche Materialarten benötigt.

Manche dieser Stoffarten lassen sich derzeit nur mit Primärrohstoffen bedienen, die Herstellung anderer Materialien kann durch Rezyklate sogar noch verbessert werden.
So hat der Automobilhersteller Opel erforscht, dass Kunststoffrezyklate zu weniger Maß- und Formveränderungen neigen als herkömmliches Plastik. Diesen Vorteil nutzt man zum Beispiel beim Saugrohr des Opel Adam, das Temperaturen zwischen 40 Grad minus und 200 Grad plus aushalten muss.

Generell haben Kunststoffrezyklate den Vorteil, dass sie bereits bei niedrigen Temperaturen verarbeitet werden können und dabei deutlich weniger Druck benötigen. Das spart Energie und Treibhausgase.

Natürlich stehen Qualität und Sicherheit des Autos an erster Stelle und für jeden Einsatzbereich muss der passende Kunststoff gefunden werden, egal ob das dann Neumaterial oder Rezyklat ist. Die Automobilindustrie setzt aktuell sehr stark auf Forschung und Entwicklung. Ganz klar, der Kurs heißt verstärkte Einbindung von Rezyklaten in die Produktion.

Und was passiert eigentlich, wenn das Fahrzeug ausgedient hat?

Hier gibt es gute Neuigkeiten für die Umwelt aus Brüssel. Denn seit diesem Jahr wurden auch die Ziele für die Wiederverwertung der Fahrzeuge höher gesteckt. Eine neue EU-Richtlinie sieht nun vor, dass 95 Prozent, statt wie bisher 85 Prozent des Gewichts eines Autos recycelbar sein müssen.

Somit schließen wir uns einer anderen Ansicht von Henry Ford an: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist“, und freuen uns über jeden Ansatz, der neue Wege beim Umweltschutz und der Nachhaltigkeit zeigt.

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