Dez 17

Leitungswasser in Deutschland ist günstig, hat eine hervorragende Qualität und ist das am häufigsten geprüfte „Lebensmittel“ der Republik. Warum sollte man Wasser also nicht einfach gratis in Cafés und Bars bekommen? Ein mitgebrachter Behälter reduziert zusätzlich noch den anfallenden Müll. Das hat sich auch Stephanie Wiermann gedacht und ein interessantes Konzept aus England importiert. Wir erklären das Prinzip genauer.

Wasser ist für alle da!

So ist es uns doch allen schon ergangen: Obwohl es günstiger und ökologischer wäre, sich eine Glasflasche zu hause mit Wasser zu füllen, kauft man einfach schnell eine Flasche im Vorbeigehen. Weil es praktischer ist. Und direkt vor Ort verfügbar. Aber muss man deshalb immer Wasser in einer Plastikflasche kaufen? Für dieses „Problem“ gibt es jetzt eine einfache Lösung: Sogenannte Refill-Stationen. An diesen kann man eigene Wasserflaschen kostenfrei auffüllen lassen.

Der Gedanke dahinter: Wasser, das man z. B. im Backshop oder im Supermarkt um die Ecke in einer Plastikflasche kaufen kann, ist meist teuer, aufgrund der Verpackung wenig nachhaltig und qualitativ selten besser als das deutsche Leitungswasser. Und: Alleine in Deutschland werden pro Stunde 2 Millionen Plastikflaschen verbraucht. Deshalb war Stephanie Wiermann auch sofort begeistert, als sie via Twitter auf eine Organisation aufmerksam wurde: Bristol Refill. Die Organisation wurde 2015 in der britischen Hafenstadt gegründet und läuft dort seitdem sehr erfolgreich.

Aber funktioniert so etwas auch in Deutschland? Stephanie Wiermann hat diese Frage für sich mit „ja“ beantwortet und es einfach ausprobiert. Mit Erfolg: Seit März 2017 ist Refill auch in Hamburg gestartet. Das Prinzip der Organisation ist dem aus Bristol nachempfunden und gleichzeitig so einfach wie genial. Man kann einfach in teilnehmende Cafés, Bars, aber auch Apotheken oder Schuhläden gehen und eine mitgebrachte Wasserflasche kostenfrei befüllen lassen. Aber woher weiß man, wer an der Aktion teilnimmt? Auch hierfür gibt es eine simple Lösung: Durch die auffälligen Refill-Aufkleber an der Tür der Geschäfte erkennt man sofort, dass sich dort eine Refill-Station befindet.

Refill Station Logo Die Idee hinter Refill

Der Gedanke der Müllvermeidung steht bei der Organisation an oberster Stelle – und wird auch konsequent weitergedacht. Deshalb gibt es von Refill keine Flyer oder anderes gedrucktes Werbematerial. Auf der Website refill-deutschland.de wird auch erklärt warum: Flyer landen hauptsächlich im Müll und widersprechen mit der ressourcenintensiven Produktion dem Grundgedanken von Refill. Auch Merchandise-Produkte werden nicht angeboten.

Das gesamte Projekt ist nicht kommerziell gedacht. Deshalb wird es ehrenamtlich geleitet und verbreitet. Der Gründerin ist das besonders wichtig. Denn alle Menschen sollen an Refill teilnehmen können – auch wenn sie nur ein geringes Einkommen haben. Neben dem Umweltgedanken spielt also auch die soziale Komponente eine Rolle. Städtische Gemeinschaften sollen mit dieser Aktion gestärkt und Refill im Viertel zum Gesprächsthema werden. Und zu einer Frage der Haltung.

Auf den Community-Gedanken setzt Frau Wiermann auch bei der Verbreitung. So kann man Refill-Aufkleber bestellen oder selbst ausdrucken, losziehen und bei Lieblingsläden im Viertel nachfragen, ob sie eine Refill-Station werden möchten. Die einzigen Bedingungen für die teilnehmenden Geschäfte sind, dass sie feste Öffnungszeiten – und natürlich einen Wasserhahn benötigen. Wenn man vorab schauen möchte, ob es auch schon Refill-Stationen in der Nähe der Wohnung gibt, kann man das auf refill-deutschland.de herausfinden. Dort sind einige teilnehmenden Geschäfte und zusätzlich öffentliche Trinkbrunnen verzeichnet.

Refill in Deutschland

Auch uns hat Refill überzeugt: Und wir hoffen, dass die Bewegung noch viel größer wird und sich auf mehr Städte ausbreitet. Denn das zeigt auch wieder eindrucksvoll, was alles möglich ist, wenn viele Menschen sich für eine gemeinsame Idee begeistern.

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