Feb 14
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Ob es nun dem Klimawandel zuzuschreiben ist oder nicht, jedenfalls haben Skigebiete und Wintersportler oftmals das selbe Problem: Der Schnee bleibt aus. Statt der ersehnten weißen Pracht müssen sich Betreiber von Skiliften und Loipen, die örtliche Gastromie, Touristik- und Fremdenverkehrsvereine, aber auch die Wintersportler mit mangelnden Schneeverhältnissen und braunen Hängen auseinandersetzen.

Vielerorts sollen Schneekanonen für eine gesicherte Abfahrt sorgen, wenn der Schnee fehlt. Doch diese zusätzlichen Schneekanonen verbrauchen Unmengen an Energie und Wasser. Mittlerweile nutzt die schweizerische Gemeinde Davos laut einer Studie des Eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) rund ein Fünftel ihres Wasserverbrauchs nur für die künstliche Beschneiung ihrer Anlagen. Ein Ausbund an ökologischer Nachhaltigkeit ist das nun gerade nicht, zumal Liftanlagen und das Betreiben der entsprechenden Infrastruktur schon bei idealen Schneeverhältnissen einen enormen Energiebedarf haben. Deshalb haben auch die Skiliftbetreiber das Thema Nachhaltigkeit für sich entdeckt. So gibt es im schweizerischen Tenna den weltweit ersten Solarskilift.

Viele Lift- und Loipenbetreiber möchten ihre Skigebiete auch noch erweitern und dann in möglichst höher gelegene Bergregionen ausweichen, um eine bessere Schneesicherheit zu garantieren. Aber inzwischen dürfen nur noch in wenigen Ausnahmefällen Skigebiete erweitert werden, Neurodungen von Wäldern für Skipisten sind fast völlig tabu. Zu groß sind die Bedenken von Umweltschützern, Naturschutzverbänden und Behörden wegen der erheblichen ökologischen Eingriffe in noch intakte Bergwelten. Denn Rodungen für Pisten und neue Liftanlagen mit der dazugehörenden Infrastruktur fördern nach Ansicht von Fachleuten Bergstürze und erhöhen die Lawinengefahr. Befürchtet werden auch erhebliche Schäden mit unabsehbaren Folgen für den Artenreichtum der Tier- und Pflanzenwelt, aber auch für das Klima.

Im Internet lassen sich schon eine Reihe von Skigebieten finden, die sich das Thema Nachhaltigkeit auf ihre Fahnen geschrieben haben. So wirbt beispielsweise die Kooperation Alpine Pearls mit umweltbewusstem Urlaub in 29 Ferienregionen der Alpen. Man will den Wintersportler nachhaltigen Urlaub im Einklang mit Natur und Klimaschutz bieten.

Doch auch die immer zahlreicher werdenden Wanderer, die abseits der gekennzeichneten Pfade querfeldein unterwegs sind, sind dem Deutschen Alpenverein ein Dorn im Auge. Tiere werden aufgescheucht und brauchen doch gerade in der kalten Jahreszeit ruhige Wintereinstandsgebiete. Bei manchen Wintereinstandsgebieten handelt es sich mittlerweile um die letzten Rückzugsorte für vom Aussterben bedrohten Arten, so die Sorgen des Alpenvereins. Über Schutzgebiete und genehmigte Routen informiert deren Website. Wie man sich naturverträglich verhalten und die Natur weiterhin in vollen Zügen und ohne Konflikte genießen kann, will die Kampagne «Respektiere deine Grenzen» des Bundesamtes für Umwelt BAFU und der Schweizer Alpen-Club SAC verdeutlichen.

Und, wer beim Winterurlaub auf noch mehr Nachhaltigkeit setzen möchte, für den kann das Umdenken schon bei der Wahl seiner Ausrüstung beginnen. Auch hier gibt es Hersteller, die für ihre Produkte natürliche oder recycelte Rohstoffe verwenden. Die Preise für diese grüne Ausrüstung sind übrigens nicht unbedingt teurer als die für herkömmlich gefertigtes Equipment. Hersteller von nachhaltig gefertigten Textilien lassen sich im Internet finden, manche von Ihnen haben sich auch unter verschiedenen Labels und Siegeln zusammengeschlossen. Für den interessierten Wintersportler hält das Internet auch direkt nachhaltig produzierte Skibekleidung  bereit. Dies gilt ebenso für Skier und Snowboards, die mittlerweile ressourcenschonend hergestellt werden können.

Also, ihr seht, auch beim Wintersport müssen Natur und Nachhaltigkeit nicht zu kurz kommen. Aber wenn kein Schnee vorhanden ist, fällt eben der weiße Wintersport aus. Oder sollte sich der Mensch auch hier die Natur zum Untertan machen und in höher gelegene Skigebiete ausweichen bzw. Frau Holle mit ökologisch äußerst umstrittenen Schneekanonen auf die Sprünge helfen – was meint ihr?

 

Bildnachweis:  Kurt Michel  / pixelio.de

 

Ein Kommentar zu “Wenn Frau Holle schweigt – ohne Schnee loipt nichts!”

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