Feb 13
Finanzierung

Die Deutschen sind Weltmeister im Mülltrennen. Das Trennen und Entsorgen von Verkaufsverpackungen über die Wertstoffsammlung, wie z.B. die Gelbe Tonne, den Glascontainer oder die Papiersammlung sind Teil unseres Alltags geworden.

Aber wie funktioniert eigentlich das duale System? Und wer bezahlt die Entsorgung der Verpackungen? In Deutschland gilt das Prinzip der sogenannten Produzentenverantwortung. Das heißt, jeder, der Waren an Endverbraucher verkauft, die in irgendeiner Form verpackt sind, muss dafür Sorge tragen, dass die Verpackung zurückgenommen und einer sinnvollen Verwertung zugeführt wird. Seit der 5. Novelle der Verpackungsverordnung, die am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist, ist jeder Hersteller, der Verpackungen an Endverbraucher abgibt, verpflichtet, sich einem dualen System, wie z.B. dem des Grünen Punktes, anzuschließen. Früher gab es alternativ die Möglichkeit der sogenannten Selbstentsorgung, bei der Verbraucher ihre Verpackungen z.B. in ein bestimmtes Geschäft zurückbringen mussten. Dieses System hat sich allerdings nicht bewährt – denn Hand aufs Herz: Wer bringt schon seine ausgedrückte Zahnpastatube ins Geschäft zurück?

6 Kommentare zu “Wer finanziert eigentlich das duale System vom Grünen Punkt?”

Kommentare
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    springorum

    Wäre es nicht ehrlicher darauf hinzuweisen, dass letzten Endes der Verbraucher das System finanziert? Die Hersteller legen die Kosten schließlich auf ihre Produkte um.

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      Blogteam

      Die Finanzierung der Entsorgung trägt in erster Linie derjenige, der die Verpackungen in Umlauf bringt, also z.B. der Hersteller. Das sogenannte Beteiligungsentgelt berechnet sich aus Material und Gewicht der Verpackung – Je weniger Verpackung also auf den Markt gebracht wird, desto günstiger wird es für den Hersteller. Sicherlich werden diese Kosten auch in der Preiskalkulation der Produkte berücksichtigt, jedoch zahlt der Bürger für die Wertstoffsammlung gerade mal durchschnittlich 11,- Euro im Jahr.

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      Norbert Völl Blogteam

      Lieber Lothar Bauer,

      das kann man so pauschal nicht sagen, weil es von Material und Gewicht der Verpackung abhängt. In dem von Dir genannten Artikel werden zudem die Kosten des dualen Systems viel zu hoch angegeben. Die Recyclingkosten für einen Joghurtbecher zum Beispiel liegen bei weit unter einem Cent.

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    Stefan E.

    Wenn ich doch davon ausgehe, dass die Hersteller Ihre Entsorgungskosten in ihre Preiskalkulation einbeziehen (was ja völlig legitim ist), warum schreibt mir dann mein örtliches Entsorgungsunternehmen vor, wieviel Müll ich als Verbraucher produzieren darf? Bei uns gibt es die „Gelben Säcke“ und die werden vom Entsorgungsunternehmen rationiert (2 Rollen verteilt + 2 Abholkärtchen bei Mehrbedarf).
    Wenn ich aber doch über die Produkte die ich kaufe, die Entsorgung selber finanziere, warum gibt es nur eine festgelegt Anzahl an Säcken? Ich finanziere die Dinger doch über meinen Kosum selbst – wenn ich also viel Produkte kaufe, brauche ich auch mehr Säcke.

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      Norbert Völl Blogteam

      Lieber Stefan E.,

      im Prinzip haben Sie Recht und daher gibt es auch keine Vorgabe, wie viele Gelbe Säcke durch das Entsorgungsunternehmen ausgegeben werden sollen. Eine „Rationierung“ im Sinne des Wortes ist nicht zulässig. Die Entsorgungsunternehmen machen allerdings die Erfahrung, dass sie sehr viel mehr Säcke ausgeben, als sie gefüllt wieder einsammeln. Daher versuchen sie, die Ausgabe der Gelben Säcke stärker zu kontrollieren. Das ist ok, solange der Verbraucher jederzeit ausreichend Gelbe Säcke bekommen kann. Also selbst wenn Sie die beiden Rollen, die Sie am Anfang des Jahres erhalten haben, verbraucht haben und auch die Säcke, die Sie über die Abholkärtchen bekommen haben, muss Ihnen der Entsorger weitere Säcke zur Verfügung stellen, wenn Sie sie brauchen.

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