Jan 13
Gelbe Tonne

Die Deutschen sind Weltmeister im Mülltrennen.

Das Trennen und Entsorgen von Verkaufsverpackungen über die Wertstoffsammlung, wie z.B. die Gelbe Tonne, den Glascontainer oder die Papiersammlung sind Teil unseres Alltags geworden. Aber wie funktioniert eigentlich das duale System? Und wer bezahlt die Entsorgung der Verpackungen?

In Deutschland gilt das Prinzip der sogenannten Produzentenverantwortung. Das heißt, jeder, der Waren an Endverbraucher verkauft, die in irgendeiner Form verpackt sind, muss dafür Sorge tragen, dass die Verpackung zurückgenommen und einer sinnvollen Verwertung zugeführt wird. Seit der 5. Novelle der Verpackungsverordnung, die am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist, ist jeder Hersteller, der Verpackungen an Endverbraucher abgibt, verpflichtet, sich einem dualen System, wie z.B. dem des Grünen Punktes, anzuschließen. Früher gab es alternativ die Möglichkeit der sogenannten Selbstentsorgung, bei der Verbraucher ihre Verpackungen z.B. in ein bestimmtes Geschäft zurückbringen mussten. Dieses System hat sich allerdings nicht bewährt – denn Hand aufs Herz: Wer bringt schon seine ausgedrückte Zahnpastatube ins Geschäft zurück?

Wie funktioniert die Finanzierung des dualen Systems genau?

Die sogenannten „Erstinverkehrbringer“ von Verkaufsverpackungen (so heißt es in der Verpackungsverordnung), wie z.B. ein Hersteller von Schokoladenriegeln, sind für die Entsorgung ihrer in Verkehr gebrachten Verpackung verantwortlich. Ein Schokoriegel hinterlässt nach dem Verzehr in der Regel eine Verpackung aus Kunststoff, die vom Verbraucher in die Wertstoffsammlung, wie z.B. die Gelbe Tonne, gegeben wird. Aber wie und durch wen gelangt diese Verpackung dann ins Recycling? Und wer bezahlt das?

Wir vom Grünen Punkt helfen dem Hersteller des Schokoriegels, seine Produzentenverantwortung zu erfüllen. Dafür schließen wir auf der einen Seite einen Vertrag mit dem Hersteller und sichern ihm zu, dass er durch uns allen gesetzlichen Bestimmungen aus der Verpackungsverordnung nachkommt. Dafür bezahlt der Hersteller an uns ein sogenanntes Beteiligungsentgelt. Dieses berechnet sich aus Material und Gewicht seiner Verpackung. Je weniger Verpackung er also auf den Markt bringt, desto günstiger wird es für den Hersteller.

Auf der anderen Seite beauftragen wir Entsorgungsunternehmen, die die gebrauchten Verpackungen einsammeln und diese in die Sortieranlagen bringen, wo sie nach den verschiedenen Materialarten sortiert und dann einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden.

Was man aber über alle Gesetze, Verordnungen und Verträge nie vergessen darf: Der Hersteller ist zwar für seine Verpackungen verantwortlich und bezahlt für die Beteiligung am dualen System, aber der wichtigste Faktor, um das System am Leben zu halten, seid ihr! Denn nur richtig getrennte Wertstoffe bleiben dem Kreislauf erhalten. Joghurtbecher und Glasflaschen gehören daher niemals in den Restmüll, denn dort gehen sie dem Wertstoffkreislauf unwiederbringlich verloren!

Also macht alle mit und trennt fleißig weiter – die nachfolgenden Generationen werden es euch danken!

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