Apr 14
Reinigungsmittelflaschen von Frosch mit Recyclingplastik aus dem Gelben Sack.

Die Vermeidung von Verpackungen ist noch immer der ökologischste Weg, das ist klar. Viele Hersteller setzen daher darauf, Verpackungsmaterial zu reduzieren – Kunststoffflaschen und Konservendosen werden dünnwandiger und viele Produkte sind in Nachfüllpacks erhältlich. Auch Werner & Mertz, der Hersteller der beliebten und umweltfreundlichen Frosch-Reinigungsmittel, geht diesen Weg schon seit Jahren.

Aber eins ist auch klar – Kunststoffflaschen für Reinigungsmittel enthalten in der Regel mehr fossile Rohstoffe, d.h. Erdöl, als das Produkt selbst. Die Lösung: der Einsatz von Sekundärrohstoffen! In den Gelben Säcken und Tonnen werden verschiedene Kunststoffarten gesammelt – darunter auch PET. In einem Pilotprojekt kooperiert Werner & Mertz mit einem Projektteam vom Grünen Punkt, dem Karlsruher Sortiertechnologie-Spezialisten Unisensor und dem österreichischen Kunststoffverpackungshersteller Alpla.

Die Reinigungsmittelflaschen von Frosch wurden schon bisher mit einem hohen Rezyklatanteil hergestellt – dieser Recyclingkunststoff stammte allerdings bisher nicht aus dem Gelben Sack. Ziel ist es, bis zu 40 Prozent recyceltes PET aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne einzusetzen.

Die ersten Versuche, die im letzten Jahr stattgefunden haben, waren so erfolgreich, dass jetzt die ersten 100.000 Flaschen auf den Markt kommen. Sie enthalten – bei 80 Rezyklatanteil – 20 Prozent PET, das aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne gewonnen wurde. Einen Qualitätsunterschied werdet ihr nicht merken: Die Flaschen sind genauso gut wie die, die direkt aus Erdöl hergestellt wurden – nur viel umweltfreundlicher.

In Zukunft geht da noch viel mehr: Werner & Mertz möchte andere Hersteller überzeugen, im Projekt mitzumachen. Und: Irgendwann könnte es auch Lebensmittelverpackungen aus Recyclingkunststoff geben.

Und das ist wirklich sinnvoll: Schon heute werden durch PET-Recyclingunternehmen weltweit fünf Mio. Tonnen PET recycelt und die weltweiten CO2-Emissionen um ca. 15 Mio. Tonnen reduziert. Um den gleichen Effekt zu erzielen, müsste man fünf Mio. Autos von der Straße verbannen (Quellen: PCI PET Packaging, Resin & Recycling Ltd.; Frauenhofer UMSICHT „CO2-Einsparung durch den Einsatz von Sekundärrohstoffen“).

Was meinst du? Würdest du Produkte aus Recycling-Rohstoffen kaufen? Mach’ jetzt mit bei unserer Aktuellen Frage.

(Foto: Werner & Mertz)

2 Kommentare zu “Wie aus der Flasche eine Flasche wird – der Gelbe Sack als Rohstoffquelle”

Kommentare
Du möchtest mitdiskutieren? Hinterlasse hier deinen Kommentar oder melde dich in der Community an.

Werde jetzt Mitglied der Community! Hier geht's zur Anmeldung.

  1. avatar
    micki

    Ich fände es besser, wenn es 10 oder 20-Liter Kanister gäbe, aus denen man sich seine Menge abfüllen könnte. Die Kanister könnten auch wiederbefüllt werden, müßten gar nicht recycelt werden.
    Aber warum einfach, wenn es auch umständlich geht?!

    Antworten

    • avatar
      Norbert Völl Blogteam

      Hallo, Micki,
      das ist eine gute Idee und für manche Reinigungsmittel gibt es ja auch Nachfüllpacks, sodass man keine neue Flasche braucht und weniger Verpackung braucht.
      Ich frage mich nur, für was alles man dann große Kanister zu Hause stehen hätte – für Putzmittel, Spülmittel, Essig und Öl, Saft, Bier und Wein … Da würden wir ein Platzproblem bekommen, oder?

      Antworten