Aug 18

„BIO“ boomt nicht nur in der Lebensmittebranche. Auch „Grüne Kleidung“ liegt voll im Trend. Von früheren Klischees ist sie dabei heute weit entfernt. Was damals nur „Ökos“ trugen, ist jetzt im Mainstream angekommen. Das liegt auch an der neuen Stil-Vielfältigkeit der Kleidung. Von der schicken Abendgarderobe bis zur coolen Streetwear gibt es von allem eine „grüne“ Variante. Aber nicht alles, was als nachhaltig verkauft wird, ist es auch wirklich. Wir erklären euch, worauf ihr achten müsst.

Was macht Mode eigentlich nachhaltig?

Da gibt es verschiedene Kriterien und nur wenige genaue Definitionen. Generell gilt Kleidung als nachhaltig, wenn sie unter ökologischen und umweltfreundlichen Aspekten hergestellt wird. Das ist zum einen das Material. Viele Hersteller nachhaltiger Mode verwenden fast ausschließlich Bio-Baumwolle. Außerdem wird darauf geachtet, dass die verarbeiteten Stoffe zertifiziert sind, aus vertrauensvollen Quellen stammen und die gesamte Wertschöpfungskette so weit wie möglich ohne Chemie auskommt. Der Einsatz von Pestiziden und Gentechnik ist bei der Produktion meist grundsätzlich ausgeschlossen.
Die Königsdisziplin nachhaltiger Mode ist es, JEDEN Produktionsschritt nach Umweltkriterien zu untersuchen und „fair“ zu machen. Das bedeutet, dass nicht nur das Material „öko“ ist, sondern auch die Arbeiter – sei es bei der Ernte oder später in den Produktionsstätten. Dazu gehören angemessene Standards für Bezahlung, Arbeitszeit, Räumlichkeiten aber auch der Schutz der Gesundheit. Um diese hohen Ansprüche auch nachweisbar zu machen, legen viele Hersteller einen hohen Stellenwert auf Transparenz der gesamten Produktion – vom Entwurf bis zum fertigen Produkt. Das hat natürlich auch seinen Preis. Oft ist nachhaltige Mode etwas teurer als konventionell produzierte Kleidung. Aber auch nur im Vergleich zu den günstigen Modeketten. Denn auch die großen Marken stellen ihre Kleidung bei weitem nicht immer unter guten ökologischen und sozialen Bedingungen her und verkaufen günstig. Mit der „Öko-Variante“ und ihrer Nachweiskette könnt Ihr dagegen darauf vertrauen, dass eure Kleidung von Menschen hergestellt wird, die von ihrer Arbeit gut leben können.

Wie erkennt man nachhaltige Mode?

Das ist gar nicht so einfach. Denn da es immer mehr Hersteller und Stilrichtungen gibt, lässt sich nachhaltige und faire Kleidung nicht von konventioneller unterscheiden. Ein guter Hinweis können eindeutige Labels sein. Aber auch in diesem Bereich wird viel Missbrauch betrieben. So gibt es Hersteller die ihre eigenen „grünen“ Labels erfinden und auf ihre Kleidung drucken. Sie stellen natürlich auch die Kriterien zusammen, die für die Vergabe dieses Label erfüllt werden müssen – und die sind naturgemäß sehr großzügig. Und: Manchmal beziehen sich die Labels auch nicht auf die ganze Produktionskette, sondern nur auf einen Teilbereich der Herstellung. So kann z. B. die Öko-Baumwolle zertifiziert sein, ohne dass die weitere Verarbeitung kontrolliert wird. Dennoch gibt es Labels, auf die ihr euch verlassen könnt. Eins davon ist das GOTS-Label. GOTS steht für Global Organic Textil Standards. Es gilt weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Die Ziele werden auf der eigenen Website folgendermaßen definiert: „Ziel des GOTS Standards ist es, Anforderungen zu definieren, die eine nachhaltige Herstellung von Textilien gewährleisten, angefangen von der Gewinnung textiler Rohfasern über die umweltverträgliche und sozial verantwortliche Herstellung bis zur Kennzeichnung der Endprodukte. Letztlich soll dem Endverbraucher bei seiner Kaufentscheidung durch das GOTS Label am Produkt Sicherheit gegeben werden. Textilverarbeiter und -hersteller sollen ihre ökologisch erzeugten Textilprodukte mit einer Zertifizierung anbieten können, die auf allen relevanten Märkten anerkannt wird.“

Wie findet man nachhaltige Mode?

Wie so oft hilft hier das Netz. So gibt es auch zahlreiche nützliche Apps zum Thema. Die App „TheLabelFinder“ z. B. ermöglicht euch nach einer bestimmten Marke zu suchen. Die App zeigt im Anschluss Geschäfte in eurer Nähe an, die diese Marke führen. Die App „Fair Fashion Finder“ funktioniert ähnlich. Sie zeigt dir nach Eingabe eures Standortes Geschäfte in der Nähe, die nachhaltige Kleidung verkaufen. Eine umfangreiche Quelle für Themen rund um Grüne Mode ist auch die Website der Buchautorin und Bloggerin Kirsten Brodde. Sie gilt als Expertin auf dem Gebiet und engagiert sich auch als Greenpeace-Campaignerin für „Saubere Kleidung“. Auf kirstenbrodde.de findet ihr nicht nur jede Menge allgemeine Informationen zum Thema „Grüne Mode“ sondern auch „Grüne Listen“. Diese machen konkrete Angaben, welche grüne Modelabels es gibt und in welchen „Eco Fashion Stores“ ihr diese findet.

Fazit

Nachhaltige Mode ist heute viel gesellschaftsfähiger als noch in der Vergangenheit. Noch mehr sogar: Sie wird gerade zum (wenn auch nicht ganz günstigen) Trend. Wenn auch ihr nachhaltiger Leben und mit deinem Konsum Verantwortung übernehmen möchtet, findet ihr im Netz viele weitere Quellen und Adressen zur „Grünen Mode“. Wir begrüßen den Trend auf jeden Fall. Und ihr könnt euch sicher sein – die Umwelt und die Menschen in den Herstellerländern werden euch euren nachhaltigeren Konsum danken.

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