Aug 18

DSD_Essen4043Hallo, ich bin Schülerpraktikantin beim Grünen Punkt und hier bin ich schnell mit einem Thema in Kontakt gekommen: dem Gelben Sack. Der Gelbe Sack ist ein umstrittenes Thema, vor allem sind viele Bürger verärgert, weil er nicht reißfest und viel zu dünn sein soll. Ich habe gelesen, dass ein Bürger die Diskussion verstärkte, indem er eine Petition an den Bundesrat schickte mit der Bitte, eine Alternative für den Gelben Sack zu finden.

Die Kritik an dem Gelben Sack ist nicht ganz falsch. Tatsächlich hat er eine dünnere Folienstärke als der blaue Kauf-Sack, der deutlich reißfester ist. Bei der Herstellung des Gelben Sacks sind Richtlinien vorgegeben, die die Folienstärke und Zugfestigkeit bestimmen.

Ich habe versucht herauszufinden, warum das so ist. Die Vorgaben zu ändern und dem Sack ein dickeres Material zu geben, bedeutet für die Herstellung deutlich mehr Plastik zu benötigen, was sicher nicht besonders umweltfreundlich ist. Die Produktions- und Entsorgungskosten würden steigen und machen sich irgendwann auch beim Endverbraucher bemerkbar. Auch könnte es – wie in der Vergangenheit geschehen – wieder vermehrt dazu verleiten, dass der Gelbe Sack zweckentfremdet wird.

Der Gelbe Sack wird unter dem Mini-Max-Prinzip hergestellt, was bedeutet: so wenig Sack wie nötig für so viel Verpackung wie möglich. In den Gelben Sack gehören auch nur Leichtverpackungen wie Joghurtbecher, Konserven- und Getränkekartons oder ähnliches. Einige Kommunen, hauptsächlich Großstädte, haben von Gelbem Sack auf die Gelbe Tonne umgestellt. Die Gelben Tonnen bergen jedoch das Problem, dass auch Restmüll hinein gestopft wird und sie auch deutlich mehr Stellflächen benötigen.

Die Kommunen werden durch das neue Verpackungsgesetz, das zum 1.1.2019 in Kraft tritt, entscheiden können, ob sie ihren Bürgern den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne zur Verfügung stellen lassen, oder an Wertstoffhöfen sowie Wertstoffcontainern, die an zentralen Stellen aufgestellt sind, festhalten wollen. Das duale System muss im Wechselfall dann mit den betreffenden Kommunen einen neuen Vertrag schließen und Tonne oder Sack über den jeweiligen Entsorgungspartner zur Verfügung stellen lassen.

Mein Fazit: Für beide SammelvPixabay_Lizenzfrei_waste-1525945_1920arianten gibt es gute Gründe. Ich denke, der Gelbe Sack würde um einiges besser dastehen, wenn die Leute ihn nicht so häufig zweckentfremdet hätten. Das Mini-Max-Prinzip finde ich gut, denn der Gelbe Sack ist eben nur für Leichtverpackungen gedacht, die aus Kunststoff, Verbunden oder Metall bestehen und nicht für Altpapier, Babywindeln oder Altglas. Also einfach mal darauf achten, was man reinwirft und wie man es tut. Tipp: die Säcke vorsichtiger und nicht bis oben hin befüllen. Für die Entsorger des Gelben Sacks ist das dünne Material ein Vorteil, da man sehen kann, was der Verbraucher in den Gelben Sack geschmissen hat, bei einer Tonne gestaltet sich die Kontrolle schwerer. Einige Entsorger nehmen bei falschem Befüllen den Sack gar nicht mit, sondern lassen ihn stehen. Auf der anderen Seite ist der Ärger der Bürger nachvollziehbar. Wer vorsichtig befüllt, den Sack nicht zu voll macht und er reißt dennoch, wird unzufrieden und will eine Alternative.

Aus der eigenen Erfahrung heraus kann ich feststellen, egal ob Sack oder Tonne: Beides ist bequemer als die Wertstofferfassung in meiner Heimatgemeinde. Bei uns daheim gibt es keine Gelbe Tonne oder Gelben Sack. Wir haben fünf Mülltonnen in der Garage stehen für die Sammlung von Folien, Getränkekartons (Verbunde), sonstige Kunststoffe, Becher/Schalen, Kanister/Kunststoffflaschen. Damit müssen wir regelmäßig zu unserem Wertstoffhof fahren.

Quellenhinweise für Fotos:
Gelbe Säcke (Foto: Pixabay)
Gelbe Tonnen (Foto: Der Grüne Punkt, Köln)

0 Kommentare zu “Die Problematik vom Gelben Sack – Aus Sicht einer Schülerpraktikantin”

Kommentare
Du möchtest mitdiskutieren? Hinterlasse hier deinen Kommentar oder melde dich in der Community an.

Werde jetzt Mitglied der Community! Hier geht's zur Anmeldung.