Nov 18
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Ende November ist es soweit: Alle Jahre wieder sorgt der Black Friday für den Startschuss des Weihnachtsgeschäfts. Nicht nur die Online-Händler freuen sich, auch die deutschen Kunden fiebern dem Ereignis entgegen. Dabei ist der Black Friday hierzulande erst seit ein paar Jahren ein immer größer werdendes Thema. Trotzdem sind die Umsätze und Mengen an versandten Päckchen in diesem Zeitraum mittlerweile enorm. Die Kehrseite der Medaille: Durch die ganzen Pakete fällt auch mehr Verpackungsmüll an. Bei allem Konsum stellen sich an dieser Stelle also drei Fragen: Woher kommt eigentlich der Brauch des Black Fridays? Welche Bedeutung und Tragweite hat er? Und: Was kann man tun, um ihn nachhaltiger zu gestalten?

Thanksgiving findet traditionell an einem Donnerstag statt, daher ist der Freitag danach für die US-Amerikaner ein Brückentag. Insofern scheint er prädestiniert für den Einkauf von Weihnachtsgeschenken, bevor der ganze Geschenktrubel im Dezember losgeht.
Der Ursprung liegt in Philadelphia, Pennsylvania. 1961 lockten dort zum ersten Mal die Händler Kunden mit Rabattaktionen in die Innenstadt. Die Polizei nahm die dort hinströmende Menschenmasse als „schwarze Masse“ wahr – der Spitzname „Black Friday“ war geboren. Wer also bei dem Namen an den Börsencrash von 1929 denkt, liegt dabei nur bedingt richtig. Die Menschenmassen auf den Straßen sind die einzige nennenswerte Parallele, die sich zum historischen Ereignis ziehen lässt. Viel wichtiger als ein Blick auf die Geschichte ist allerdings die Frage: Wie kam der Tag nach Deutschland?

Apple war das erste Unternehmen, das 2006 die Preise senkte. Mittlerweile findet der Black Friday in Deutschland zum zwölften Mal statt – seitdem ist die Zahl teilnehmender Händler jährlich gestiegen. Da verwundert es nicht, dass bereits ein Viertel der deutschen Bevölkerung plant, am besagten Tag einzukaufen. Insgesamt werden rund 20 Millionen Kunden erwartet, die Größenordnung ist also enorm. Das schlägt sich natürlich auch finanziell nieder. Über die Hälfte derjenigen, die einen Einkauf geplant haben, können sich vorstellen dabei bis zu 299 Euro auszugeben. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass am Black Friday Rekordumsätze erwartet werden. Dabei soll der Tag selbst, entgegen aller Annahmen, nicht der umsatzstärkste des Jahres sein.

Welche Bedeutung und Tragweite hat er?
Bei all dem Konsum stellt sich die Frage, welche Bedeutung und Tragweite der Black Friday für uns hat. Klar, in erster Linie geht es um das günstige Besorgen von Weihnachtsgeschenken. Oder um das Bestellen von Dingen, von denen man glaubt, man brauche sie unbedingt. Und ehe man sich versieht ist man dem Kaufrausch erlegen und jagt ein Angebot nach dem nächsten. Knapp 70% der noch Unentschlossenen stufen sich selbst als Impulskäufer ein, die Zahl fällt also nicht ganz so gering aus, wie man vielleicht denken würde.
Wieder andere planen von vorneherein den Einkauf und versuchen dabei so viel wie möglich zu sparen, ohne mehr zu kaufen als benötigt: Mehr als 40% derjenigen, die geplant haben an dem Tag einzukaufen, gehen den Einkauf sehr durchdacht an. Sie erstellen im Vorfeld nicht nur Einkaufslisten, sondern nutzen auch Preisrechner.

Soweit die Seite der Konsumenten. Was bedeutet aber der Black Friday für die Online-Händler?
Sie können mit dem Black Friday Sale nicht nur neue Kunden gewinnen. Über die Hälfte der Top 100 konnte dadurch auch ihren Umsatz in relevantem Maß steigern. Gleichzeitig versetzt der Sale viele Kunden schon früher in einen Einkaufsmodus für Weihnachten. So können sich die Händler, im Gegensatz zu früher, auch teure Marketingmaßnahmen sparen. Die Entwicklung zieht mittlerweile schon so weite Kreise, dass Online-Händler sogar Umsatzeinbußen erleiden, wenn sie nicht am Black Friday teilnehmen. Da ist es auch kein Wunder, dass der Zeitraum mit günstigen Angeboten von einzelnen Händlern um eine Vorwoche, den Cyber-Monday und die Cyber-Monday-Woche erweitert wurde.

Die Umsatzsteigerung macht sich auch an anderer Stelle bemerkbar: Je mehr umgesetzt wird, desto mehr muss auch versandt werden. So rechneten DHL und Hermes im Vorfeld des Black Fridays 2017 mit einem Paketzuwachs von 30%. Sie stellten außerdem fest, dass die Rabatt-Tage im normalen Weihnachtsgeschäft besonders ausschlügen. Und die Transportmengen am Black Friday würden von Jahr zu Jahr merklich steigen. Man kann also festhalten, dass der Black Friday ein Konsumtag erster Güte ist. Großer Konsum und viele versandte Päckchen bedeuten aber auch Nachteile für unsere Umwelt. Wenn schon im normalen Alltagsleben der LKW- und Kleintransporter-Verkehr auf Straßen und Autobahnen durch Abgase, Lärm und Behinderung des Verkehrsflusses als negativ empfunden wird, forcieren solche Bestelltage das Ganze umso mehr. Da stellt sich Frage nach der Sinnhaftigkeit des Black-Friday-Shoppings von alleine. Eine Frage, die sich jeder selbst stellen und für sich beantworten sollte. Nicht nur in der Vorweihnachtszeit.

Quellen:

Presseportal.de:
Zehn Fakten zum Black Friday und Cyber Monday: Das sollten Verbraucher zum Shopping-Event wissen (02.11.2017)
Black Friday: Rund 20 Millionen Deutsche Shopper erwartet (29.10.2018)

Wallstreet online:
Black Friday Studie: Nachteile für nicht teilnehmende Händler (23.10.2018)

Westfälische Nachrichten:
Black Friday: DHL und Hermes stellen sich auf bis zu 30 Prozent mehr Pakete ein (24.11.2017)

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