Okt 18

Handys, die nur zwei Jahre funktionieren, Kaffeemaschinen, die nach der 100. Inbetriebnahme aufhören zu laufen und endgültig entladene Akkus – es kommt uns so vor, als würde die Lebensdauer von Elektro- und Elektronikgeräten immer kürzer. Aber wohin mit den ganzen Geräten, die nicht mehr funktionieren bzw. sich nicht mehr wirtschaftlich reparieren lassen? Wie ihr Elektro- und Elektronikaltgeräte korrekt entsorgen könnt, wollen wir euch heute erklären.

Elektromüll ist nicht gleich Elektromüll

Zuerst die Fakten: Knapp zwei Millionen Tonnen neue Elektro- und Elektronikgeräte sind 2016 in Deutschland verkauft worden – Tendenz steigend. Konnte Deutschland bis 2015 noch die Sammel- und Verwertungsziele der EU einhalten, wird die ab 2016 geltende Rücknahmequote von 45 Prozent noch nicht sicher erreicht. Natürlich beinhaltet diese Quote nicht nur unsere alten Smartphones oder Laptops. Hierbei geht es auch um Kühlschränke, Waschmaschinen, sämtliche Arten von Leuchten, also zum Beispiel Halogen-, LED- und Neonleuchten wie auch Energiesparlampen, Ventilatoren, Stehlampen, Mixer und noch vieles mehr. Und seit Neuestem gehören auch Schuhe mit Blinklicht und viele Möbel mit elektronischen Funktionen dazu.

Diese haben aber alle eines gemeinsam: Sie tragen eine einheitliche und eindeutige Kennzeichnung. Wenn ihr auf dem Gerät das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne entdeckt, handelt es sich um ein Elektro- oder Elektronikgerät, das nicht über den Restmüll entsorgt werden darf.

Wie entsorge ich meine Elektrogeräte korrekt?

Für jedes Gerät gibt es mindestens eine geeignete Art und Weise, es richtig zu entsorgen. Hier findet ihr einen kurzen Überblick über die häufigsten elektrischen Geräte in unseren Haushalten und wie ihr sie richtig entsorgt.

Smartphone
Quelle: https://pixabay.com/

1. Smartphones, Handys und Laptops

Wohin mit den kleinen Geräten, die nicht mehr oder nur noch teilweise funktionieren? Ihr solltet sie auf keinen Fall einfach in der Schublade liegen lassen. Auch der Hausmüll ist nicht der richtige Entsorgungsort. Die Geräte enthalten nämlich teilweise giftige und für die Umwelt schädliche Stoffe. Die beste Möglichkeit sind Handysammlungen, wie z. B. „Alte Handys für die Havel“. Dort werden sie recycelt, Rohstoffe wie seltene Erden oder Metalle entnommen und weite Teile des Gerätes wiederverwendet. Das Gute daran: Für jedes gesammelte Handy kommt ein kleiner Betrag einem guten Zweck zugute. Die Sammlung erfolgt über den Wertstoffhof der Gemeinde.

Kühlschrank
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2. Kühlschränke und Gefriertruhen

Jährlich fallen in Deutschland ungefähr drei Millionen Kühlgeräte an, die entsorgt werden müssen. Kühlschränke und Gefriertruhen solltet ihr am besten auf eurem örtlichen Wertstoffhof abgeben oder dem Verkäufer zurückgeben. Alternativ könnt ihr sie auch mit dem Sperrmüll abholen lassen. In vielen Gemeinden gibt es für den Sperrmüll feste jährliche Termine, die ihr eurem Abfallkalender entnehmen könnt. Jedoch solltet ihr darauf achten, die Geräte erst kurz vor der Abholung rauszustellen. So könnt ihr verhindern, dass Schrottsammler einzelne Teile der Geräte entnehmen. Denn eine unsachgemäße Behandlung z. B. der Kompressoren lässt sich hier nicht ausschließen und dadurch kann es zu einer Schadstoffbelastung der Umwelt kommen.

Energiesparlampe
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3. Glühbirnen, Energiesparlampen sowie Halogen-, Neon- und LED-Leuchten

Generell gilt: Lampen bestehen zwar teilweise aus Glas, dürfen aber nicht mit dem Altglas entsorgt werden.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, um welche Art von Leuchtkörper es sich handelt. Normale Glühbirnen und Halogenleuchten gehören in die Restmülltonne.
Anders verhält es sich jedoch mit Energiesparlampen und Neon- oder LED-Leuchten. Sie enthalten oftmals Arsenverbindungen oder Quecksilber und sind sehr umweltschädlich – also auf keinen Fall mit dem Restmüll entsorgen! Stattdessen könnt ihr sie im besten Fall bei Wertstoffhöfen oder beim Sondermüll abgeben.

Bei LED-Leuchten gibt es noch einen weiteren Grund, sie mit anderem Sondermüll bzw. auf Wertstoffhöfen abzugeben: Sie enthalten Elektronik-Bauteile, wie u. a. LED-Chips, die nicht mit dem „normalen Müll“ entsorgt werden dürfen.

Die Rückgabe bei Einzel- und Online-Händlern

Ganz allgemein gilt: Ihr habt oftmals auch die Möglichkeit, eure alten Elektrogeräte zur Entsorgung wieder dorthin zurückzugeben, wo ihr sie gekauft habt. Gesetzlich dazu verpflichtet sind stationäre Händler und Online-Händler, deren Verkaufs- bzw. Lagerfläche über 400 Quadratmeter groß ist. Habt ihr euer Elektrogerät hingegen online gekauft, muss der Online-Händler dafür Sorge tragen, dass ihr das gekaufte Gerät in nicht allzu großer Entfernung abgeben könnt. Um dies zu gewährleisten setzen Online-Händler meist Kooperationspartner ein oder lassen die Ware bei euch von einem Paketdienstleister abholen.
Bei Händlern, die die oben genannten Voraussetzungen erfüllen, dürft ihr auch Geräte mit nicht größerer Kantenlänge als 25 cm unentgeltlich abgeben. In den meisten Fällen können auch alte Elektrogeräte vom Händler entgegengenommen werden, wenn ihr dort ein neues Gerät gleicher Kategorie kauft. Hier könnt ihr im konkreten Fall noch einmal nachlesen, wie die Rücknahme von Elektrogeräten durch den Händler geregelt ist.

Elektrogeräte gehören nicht auf Schrottsammlungen

Wichtig ist aber in jedem Fall, dass ihr eure alten Elektrogeräte nicht auf Schrottsammlungen bzw. über Schrottsammler entsorgt. Denn auch wenn das als die einfachste und bequemste Lösung erscheint, kann dieses Verhalten mit einer Strafe geahndet werden. Denn die Schrottsammler entnehmen meist lediglich die wertvollen Bestandteile und verkaufen diese weiter. Der Rest wird in den seltensten Fällen ordnungsgemäß entsorgt. Das führt – wie schon bei den Kühlschränken erläutert – zu Umweltschäden und gesundheitlichen Gefahren für die Allgemeinheit.

Unser Fazit:

Elektro- und Elektronikgeräte müssen, wenn sie ausgedient haben, ordnungsgemäß erfasst und verwertet werden, damit wertvolle Ressourcen weiter genutzt werden und giftige Substanzen nicht in die Umwelt gelangen können. Das ist gesetzlich sehr genau geregelt und es gibt auch die nötigen Sammelsysteme dafür, aber offenbar werden sie noch zu wenig genutzt, denn die Sammelquote ist immer noch viel zu gering. Dabei sind nur ein paar Hinweise zu beachten, dann klappt’s auch.

0 Kommentare zu “Elektro- und Elektronikaltgeräte richtig entsorgen – ein kleiner Schritt für euch, eine große Wirkung für die Umwelt”

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