Dez 18

Die Adventszeit neigt sich dem Ende zu: Weihnachten steht vor der Tür.
Doch das traditionelle Beisammensein wird vor allem in der westlichen Welt immer mehr zum Konsumevent. Besonders in den Tagen vor Weihnachten werden die Bürger mit Werbenewslettern und Rabatten überflutet. Viele Unternehmen machen in dieser Zeit ihren Jahresumsatz, denn allein für Geschenke wurden laut der Gesellschaft für Konsumforschung im Jahr 2017 rund 14 Milliarden Euro ausgegeben. In der Vorweihnachtszeit und am Tag des Fests wird der Aspekt der Nachhaltigkeit oft außer Acht gelassen. Doch wie kann unser Weihnachtsfest noch nachhaltiger und grüner werden? Worauf können wir achten? Auf diese Fragen wollen wir eingehen und dafür sorgen, dass es am 24. wieder um das wirklich Wichtige geht: Das Zusammensein.

Jährlich werden in Deutschland knapp 30 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Rund 2,4 Millionen der Tannen werden aus dem Ausland importiert und meist mit umweltschädlichen Düngern in Monokulturen großgezogen. Diese Zucht schadet nicht nur dem Boden und den Gewässern, sondern dem gesamten Ökosystem. Eine Alternative dazu sind Bio-Weihnachtsbäume aus der Region. Eine Liste mit Anbietern findet man etwa bei Robin Wood.

Der plastikfreie Baum ohne Mindesthaltbarkeitsdatum: die Kiefer.
Doch wie wäre es, seinen persönlichen Weihnachtsbaum das ganze Jahr im Garten zu betrachten und ihn zur Winterzeit einfach zu recyceln? Mit der Kiefer ist das möglich. Wandert sie in der Weihnachtszeit in das warme Wohnzimmer, benötigt die Kiefer ausschließlich genügend Wasser und muss vor ihrem Weg zurück in den frostigen Garten ein paar Tage in einer kalten, aber nicht frierenden Umgebung verbringen. Hat der Baum seinen Platz im Wohnzimmer gefunden, bedarf es der passenden Dekoration. Bleihaltiges Staniol-Lametta gilt als besonders umweltschädlich, weshalb die Alternativen aus Stroh und Holz empfehlenswert sind. Allgemein können Dinge aus der Natur, beispielsweise Tannenzapfen, ideal als Christbaumschmuck verwendet werden. Bei der Beleuchtung sollte man besonderen Wert auf Ketten mit LED-Lämpchen und Timern legen. Und wer doch klassische Kerzen bevorzugt, sollte auf stearin- und paraffinfreie Kerzen zurückgreifen. Kerzen aus Biomasse bestehen zwar nicht aus fossilen Rohstoffen, brennen aber meist sehr unregelmäßig. Empfohlen werden Kerzen aus gentechnikfreiem Sojawachs oder Raps sowie Sonnenblumenöl. Eine schöne Alternative ist das Recyceln alter Kerzenreste, um daraus neue Kerzen zu gießen. All dies schont nicht nur die Haushaltskasse, sondern auch die Umwelt.

Gänse aus der Heimat, MSC-Fische und palmölfreier Lebkuchen
Anders als viele TK-Gänse und -Enten ist Bio-Geflügel vom regionalen Bauern mit biologischem Futter, ohne Medikamente und mit genügend Auslauf großgezogen worden. Darauf kann man auch beim Kauf von Fisch achten. Hier sollte Wert auf Bio-Zucht und den Verzehr von nicht überfischten, regionalen Fischarten gelegt werden. Und muss es Hummer sein, der lebendig über einen weiten Importweg gekommen ist?

Auch selbstgebackene Plätzchen dürfen in der Weihnachtszeit nicht fehlen. Zum Backen dieser süßen Snacks verwendet man am besten regionale Bio-Eier. Und wer doch auf Kekse aus dem Supermarkt zurückgreift, wählt am besten palmölfreie Produkte.

Individuelle Weihnachtsgeschenke, die von Herzen kommen
Mit zunehmender Kommerzialisierung der westlichen Welt nimmt auch das Ausmaß an Geschenken zu. Dabei fehlt dem Schenkenden meist deDSD_006_FB_POST_BLOGBEITRAG_GRUENE_WEIHNACHT_1200x1200px_181211-2r Blick für das Wesentliche: Braucht der Beschenkte mein Geschenk wirklich? Muss ich online bestellen oder kann ich auch beim stationären Handel kaufen? Eine tolle Alternative ist auch das Schenken von gemeinsamer Zeit in Form eines Gutscheins oder von selbstgestalteten Dingen.

Ist das richtige Geschenk gefunden, soll dies auch möglichst schön verpackt werden. Mit den Geschenken steigt auch die Menge an Papier, das nach dem Fest meist nur einmalig genutzt wird. Dabei sind sowohl bunte Zeitschriften, alte Papierkartons, Stoff- und Tapetenreste, als auch Recycling-Geschenkpapier ein echt nachhaltiger Hingucker unter dem Weihnachtsbaum. Wer dennoch lieber mit herkömmlichem Geschenkpapier verpackt, der sollte beim Kauf auf das Forest Stewardship Council- Gütesiegel (FSC) und den Blauen Engel achten.

Fazit: Bereits mit dem Beginn der Adventszeit bis hin zum Abbau des Christbaums können wir unsere Weihnachtszeit grün gestalten: ob die geschmückte Gartenkiefer, das Weihnachtsessen aus fair gehandelten Bioprodukten oder bedacht ausgewählte und verpackte Geschenke. An allen Ecken sollten wir uns unserer eigenen Verantwortung bewusst werden und so gemeinsam nicht nur frohe, sondern auch nachhaltige Weihnachten feiern.

 

Quellen:

Umweltbundestamt:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/gruene-weihnachten
https://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/umweltbelastungen-der-landwirtschaft

GEO
https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/5894-rtkl-gruene-weihnachten-umweltfreundlich-feiern

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
https://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/weihnachten-umweltfreundlich-feiern/

WWF
https://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/holz-und-papier/weihnachtstipps/

GFK
https://www.gfk.com/de/insights/press-release/verbraucher-finden-weihnachtsleckereien-kommen-zu-frueh-in-den-handel/

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