Apr 20

Schadet Kunststoff der Gesundheit? Wie wirkt sich der Gebrauch von Plastik auf unseren Körper aus? Und was ist mit Kunststoffabfall, der in die Umwelt gerät?

Kunststoff, Kunststoffabfall, Plastikschwemme und Plastikkrise: Alles Reizworte, die sich um einen modernen Werkstoff drehen, der aus unserem Leben nicht wegzudenken ist. Aber wie ist der Zusammenhang zwischen Plastik und unserer Gesundheit wirklich?

Tatsache ist erstmal, dass Kunststoff als Verpackung für empfindliche Lebensmittel und in der Medizin nicht wegzudenken ist. Vom Joghurtbecher bis zum Beatmungsschlauch, der in Corona-Zeiten so sehr gebraucht wird – alles aus Kunststoff und anders auch nicht zu machen.

Die Vielfalt an Kunststoffen ist fast unüberschaubar – das reicht von Standard- oder Massenkunststoffen wie Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE), aus denen man z. B. Verpackungen macht, bis hin zu speziellen technischen Kunststoffen, die man für ganz bestimmte Anwendungen braucht.

Dementsprechend groß ist die Zahl an Additiven, also Zusatzstoffen, die einem Kunststoff genau die Eigenschaften geben, die gebraucht werden. Das können völlig harmlose Stoffe sein wie Kreide, die einen Kunststoff einfach nur härter macht. Es können aber auch Weichmacher sein, die für unseren Organismus schädlich sein können.

Kunststoff gehört nicht in die Umwelt

Der Plastikatlas 2019 von Heinrich-Böll-Stiftung und BUND listet eine Reihe solcher Additive auf und die Wirkungen, die sie haben können. Das kann durch direkten Hautkontakt erfolgen – schließlich sind auch viele Kleidungsstücke und andere Produkte zumindest teilweise aus Plastik. Additive können aber auch zusammen mit Kunststoff in die Umwelt gelangen. Manche Kunststoffe gelangen planmäßig in die Umwelt – Auto- und Fahrradreifen nutzen sich ab. Das heißt nichts anderes, als dass sie Abrieb verlieren, der auf der Straße bleibt.

Im Teich eines Parks schwimmt Müll.

Oder ein Produkt oder eine Verpackung wird zu Abfall. Wird der nicht erfasst, wie sich das gehört, also etwa über die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack, und gelangt er in die Umwelt, so kann er Additive an diese abgeben.

Auch ein Grund, warum es so wichtig ist, Kunststoffabfälle über die richtige Sammlung zu erfassen. Verpackungen aus Kunststoff gehören in die Gelbe Tonne, den Gelben Sack und die anderen Sammelsysteme für Leichtverpackungen, Altkleider in die Altkleidersammlung, ausgediente Elektrogeräte in die entsprechenden Sammelcontainer oder auf den Wertstoffhof.

Auch in Deutschland liegt genug herum …

Auf Deutsch: Wenn wir Kunststoff im Kreislauf führen und immer wieder nutzen, schädigt er die Umwelt deutlich weniger, als wenn er ungeregelt in die Natur entsorgt wird. Und nein, ich will jetzt nicht wieder auf andere Länder zeigen, die nicht so eine tolle Abfallwirtschaft haben wie wir. Wer am Rhein spazieren geht, wo der Grüne Punkt seinen Sitz hat, wird da genug Plastikmüll am Ufer finden. Und Zigarettenstummel, deren Filter aus Plastik bestehen und jede Menge Giftstoffe enthalten, sind auf der Straße, im Wald und am Strand allgegenwärtig.

Klar ist: Kreislaufwirtschaft für Kunststoff ist unbedingt notwendig. Doch Additive und Giftstoffe im Plastik können auch dem Recycling schaden. So gibt es Druckfarben und Klebstoffe, die das Recycling behindern oder sogar verhindern.

Der Grüne Punkt berät daher seine Kunden und Verpackungshersteller über seine Dienstleistung Design for Recycling („Gestaltung fürs Recycling“) darüber, wie man Kunststoffverpackungen so gestaltet, dass sie sich optimal recyceln lassen. Solche Verpackungen sind eher frei von schädlichen Stoffen.

Kunststoffverpackungen, im Gelben Sack gesammelt, warten aufs Recycling. Sie gelangen nicht in die Umwelt

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