Jul 19

Bei uns auf der Messe K in Düsseldorf findet ihr Fußboden aus einem ganz besonderen, neuen Material – wir waren bei der Herstellung der Terrassendielen dabei.

Vor ein paar Tagen haben wir den Fußboden für unseren Auftritt auf der Messe K 2019 hergestellt. Unser Messestand in Düsseldorf, auf dem natürlich die neuesten Anwendungen für unser Kunststoffrezyklat Systalen zu sehen sein werden, wird auch optisch ein Hingucker. Neben den Exponaten kann man mit Cyclespaces eine virtuelle Reise durch eine topmoderne Sortieranlage für den Gelben Sack und die Gelbe Tonne machen. Im Werk der Systec Plastics könnt ihr verfolgen, wie aus Kunststoffabfällen neuer Kunststoff, neues Systalen wird.

In dieser Maschine werden die Terrassendielen aus Holzmehl und Mischkunststoffen hergestellt
In dieser Maschine werden die Terrassendielen aus Holzmehl und Mischkunststoffen hergestellt.

Ein Teil des Fußbodens wird mit Terrassendielen ausgelegt – und die sind etwas ganz Neues. Die Dielen bestehen aus sogenannten Wood-Plastic-Composites (WPC). Das sind Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe, die aus Holz – meistens Holzmehl – und Kunststoff bestehen. Der Kunststoff stammt natürlich vom Grünen Punkt, wir haben ihn aus Verpackungsabfällen aus dem Gelben Sack gewonnen.

Downcycling oder eine sinnvolle Anwendung?

Kunststoffverpackungen werden zu Terrassendielen – klarer Fall von Downcycling, oder? Das ist nicht von der Hand zu weisen, aber: Das Ausgangsmaterial sind Mischkunststoffe, die bisher gar nicht recycelt, sondern als Brennstoff in Zementwerken und anderen industriellen Feuerungsanlagen eingesetzt wurden. Sie bestehen aus verschiedenen Kunststoffarten, die man nicht voneinander trennen kann, und sind daher schwierig zu recyceln.

Frisch aus der Maschine haben die Dielen eine sehr glatte Oberfläche, die noch veredelt wird.
Frisch aus der Maschine haben die Dielen eine sehr glatte Oberfläche, die noch veredelt wird.

Durch neue Sortiertechnik erzeugen wir daraus eine Fraktion, die wir „PO Flex“ nennen, das sind meist kleine, flexible Verpackungen, also Folien, die aus Polypropylen und Polyethylen bestehen, sogenannten Polyolefinen (daher „PO“). Die Gummibärchentüte ist so eine Verpackung.

Statt es energetisch zu verwerten – also zu verbrennen –, erschließen wir für PO Flex neue Einsatzgebiete. Die WPC-Dielen sind eine Möglichkeit. Das Holzmehl kommt als Abfallprodukt aus Sägewerken – die Dielen bestehen also komplett aus Abfall.

Abfall? Sieht man nicht …

Das sieht man ihnen aber nicht an, im Gegenteil, sie machen echt was her. Außerdem sind sie sehr haltbar, unempfindlich gegen Sonne und Regen, frei von irgendwelchen giftigen Substanzen. Und sie splittern nicht, ihr könnt also barfuß drüber laufen.

Das ist eine spannende Geschichte, finden wir, daher wollten wir selbst bei der Herstellung mit anpacken. Kai Hildebrandt, der sich um die Verwertung von PO Flex bei uns im Haus kümmert, und Thorsten Weber, der für die Entwicklung neuer Produkte aus Systalen zuständig ist, haben sich daher die Maschinen gemietet, mit denen die Dielen hergestellt werden. Das Video zeigt Thorsten, wie er die fertigen Dielen aus einer Maschine zieht. In der Maschine wird die vorher glänzend glatte Oberfläche der Dielen veredelt, sodass man auch barfuß ein angenehmes Gefühl hat.

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WPC-Dielen haben übrigens noch einen Vorteil: Um wirklich dauerhaft schöne und unempfindliche Terrassen zu bauen, wird oft Tropenholz verwendet. Mit unseren WPC-Dielen bekommt ihr das gleiche Ergebnis ohne Tropenholz – und damit tragen die Dielen zum Schutz der tropischen Regenwälder bei.

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